Die Donaustadt stand am Montag wieder im Zeichen von "Soberl". Im Wiener Lokal "Jussi" wurde nämlich ein ganz besonderer Tisch präsentiert, zu Ehren von Martin "Soberl" Sobotka. Familie, Freunde und Wegbegleiter kamen zusammen, um einem Mann zu gedenken, der für viele weit mehr war als nur ein Musiker.
Martin Sobotka, Frontmann der Kultband Wiener Wahnsinn, ist im September völlig überraschend im Alter von nur 51 Jahren verstorben. Noch wenige Tage zuvor hatte er Geburtstag gefeiert, dann folgte die schockierende Nachricht, die Fans und Szene gleichermaßen erschütterte.
Der nun gewidmete Tisch im "Jussi" ist mehr als nur eine Erinnerung – er ist ein Stück gelebte Wiener Seele. Dass gerade dieses Lokal gewählt wurde, ist kein Zufall: Es liegt mitten in der Donaustadt, jenem Bezirk, mit dem "Soberl" wie kaum ein anderer verbunden war.
Über dem Tisch hängt ein besonderes Bild: "Soberl" mit Gitarre. Doch statt seines Gesichts blickt ein Löwenkopf von der Wand. Eine klare Anspielung auf den legendären Asperner Löwen.
Mit Songs wie "Ned gescheid aber geil" oder "Café Hummel" prägte "Soberl" den Wiener Sound auf seine ganz eigene Art: rau, ehrlich und immer mit einem Augenzwinkern.
Doch für viele war er vor allem eines: ein echtes Original. Einer, der die Donaustadt nicht nur besungen, sondern gelebt hat.
Der Gedenktisch ist deshalb nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch einer der Begegnung. Ein Platz, an dem Geschichten weitererzählt werden, an dem gelacht und vielleicht auch das ein oder andere Tränchen in Gedanken an das Wiener Original verdrückt wird.
Denn auch wenn "Soberl" viel zu früh gegangen ist – in der Donaustadt bleibt er unvergessen.