Auffälliger Start der Sommerschule in Salzburg: In der Mittelschule Campus Mirabell im Andräviertel blieb am Montag fast jeder vierte angemeldete Schüler dem Unterricht fern, das berichten die Salzburger Nachrichten (SN).
Insgesamt waren für den Standort 113 Schüler angemeldet. 88 davon müssen die Sommerschule verpflichtend besuchen, weitere 25 hatten sich freiwillig angemeldet. Tatsächlich erschienen am ersten Tag aber nur 86 Schüler. Damit fehlten 27 der 113 Angemeldeten.
Besonders brisant: Wer verpflichtend zur Sommerschule geschickt wird, für den gilt die Schulpflicht. Bei einem Verstoß sind Verwaltungsstrafen von bis zu 1.000 Euro möglich.
"Wir sind gerade noch dabei zu telefonieren, warum einzelne Personen nicht gekommen sind", sagt Kevin Starzinger den SN, der die Sommerschule am Campus Mirabell leitet.
Ein häufiger Grund für das Fernbleiben dürfte laut Starzinger sein, dass Familien inzwischen gar nicht mehr in Salzburg leben. "Viele der Familien sind im Asylverfahren, einige sind etwa mittlerweile in Wien. Die Anmeldung für die Sommerschule war ja schon im Frühjahr."
Salzburgweit sind heuer 1.970 Schüler für die Sommerschule angemeldet. Für 819 von ihnen ist der Besuch verpflichtend. Schüler aus Deutschförderklassen müssen jedenfalls teilnehmen.
Am Campus Mirabell werden die Schüler in acht Klassen unterrichtet. Die Unterschiede beim Wissensstand sind groß: "Das reicht vom Schüler, der gerade aus der Ukraine gekommen ist und erst noch das lateinische Alphabet lernen muss, bis hin zu Personen, die schon kurz vor dem Sprung in die Regelklasse stehen", sagt Starzinger in den SN.
In den kommenden zwei Wochen sollen sich die Schüler auf den Schulstart vorbereiten. Für viele Kinder aus Deutschförderklassen wird es dann im Herbst ernst: Ein Test entscheidet darüber, ob sie weiter eine Deutschförderklasse besuchen oder in den Regelunterricht wechseln können.