Tagelang kein einziger Brief, dann plötzlich ein ganzer Stapel auf einmal: Aus der Stadt Salzburg und aus Hallein im Tennengau werden derzeit gröbere Probleme bei der Postzustellung gemeldet. Besonders heikel ist die Situation beim Verein "Soziale Arbeit", das berichtet der ORF.
Rund 350 Personen haben dort eine Postadresse und warten unter anderem auf wichtige Schreiben von Behörden, Ärzten oder dem Arbeitsmarktservice (AMS). Kommen diese zu spät an, kann das für die Betroffenen unangenehme Folgen haben.
"Wir haben 350 Personen, die bei uns eine Postadresse haben und auf Briefe warten. Unter anderem auf Stellenangebote des AMS", sagt Sozialarbeiterin Astrid Pölzl im ORF.
Das Problem: Auf solche Stellenangebote müssen die Betroffenen laut Pölzl innerhalb von acht Tagen mit einer Bewerbung reagieren. Wird die Frist versäumt, droht eine AMS-Sperre.
"Oft muss man dann beim AMS intervenieren, dass der Klient wirklich nichts dafür kann", sagt Pölzl.
Nach ihren Angaben habe der Verein tagelang überhaupt keine Post erhalten, ehe schließlich ein großer Stapel an Briefsendungen auf einmal zugestellt worden sei. Von einem anderen Zusteller habe Pölzl erfahren, dass derzeit niemand für den betroffenen Rayon eingeteilt sei. Ein dafür eingeschulter Kollege habe aufgegeben.
Die Österreichische Post bestätigt Unregelmäßigkeiten bei der Zustellung. Grund dafür seien urlaubsbedingte Abwesenheiten oder krankheitsbedingte Ausfälle gewesen.
"Rückstände wurden mit dem heutigen Tag vollständig aufgearbeitet. Dem von Ihnen genannten Verein können wir versichern, dass Sendungen in Zukunft wie gewohnt zugestellt werden", so Post-Sprecherin Gloria Kohlmaier im ORF.
Der Fall sei zudem zum Anlass genommen worden, Nachschulungen durchzuführen und die Mitarbeiter erneut zu sensibilisieren. Damit soll eine fristgerechte Zustellung sichergestellt werden. Die Post entschuldigt sich für die entstandenen Verzögerungen.
Auch Privatpersonen aus Hallein-Neualm im Tennengau waren von Verzögerungen betroffen. Dort seien Kräfte ausgefallen, die als Urlaubsvertretung bei der Zustellung eingesetzt waren. Die Post bedauert auch diese Probleme.
Grundsätzlich verweist das Unternehmen darauf, dass die Zahl der Briefe stark zurückgehe. Dadurch könne der Eindruck entstehen, dass die Post nicht mehr verlässlich zustelle. Tatsächlich gebe es mittlerweile schlicht weniger Briefsendungen, die zugestellt werden könnten.