Wer muss, der muss! Doch ein dringendes Bedürfnis wird in Salzburg bald deutlich teurer. In sieben frisch renovierten öffentlichen WC-Anlagen im Stadtzentrum wird die Gebühr ab 2027 verdoppelt. Statt bisher 50 Cent kostet der Gang auf die Toilette dann einen Euro.
Dabei macht die Stadt keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Auch ob ein Pissoir oder eine Kabine benutzt wird, spielt beim Preis keine Rolle.
"Wir haben 36 WC-Anlagen, davon werden wir jetzt sieben gebührenpflichtig machen für beide Geschlechter", erklärt Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) laut ORF.
Wichtig für Einheimische und Salzburg-Besucher: Die neue Ein-Euro-Gebühr betrifft nicht alle öffentlichen Toiletten der Stadt. Kassiert wird nur bei sieben Anlagen im stark touristisch frequentierten Stadtzentrum. "Nicht in den anderen 29 Anlagen", stellt Auinger im ORF klar.
Der Bürgermeister ist überzeugt, dass Gästen und Einheimischen ordentlich gepflegte Toiletten wichtig seien und dafür auch eine Bereitschaft zu bezahlen vorhanden sei. Beschlossen wurde die Änderung bereits im Dezember 2025 vom Gemeinderat.
Wer eine der sieben gebührenpflichtigen Anlagen benutzt, soll künftig nicht zwingend Kleingeld einstecken müssen. Bezahlt werden kann sowohl mit Münzen als auch per Bankomatkarte.
Die Gebühr von einem Euro fällt unabhängig davon an, ob ein Pissoir oder eine Kabine benutzt wird. Damit geht Salzburg einen anderen Weg als zuletzt von der Volksanwaltschaft gefordert. Diese hatte sich für kostenlose Toiletten für beide Geschlechter ausgesprochen.
Hintergrund ist eine Debatte um unterschiedliche WC-Gebühren für Frauen und Männer – "Heute" berichtete mehrmals. Ausgelöst wurde sie von einer Wienerin, die die Stadt Wien wegen der Ungleichbehandlung der Geschlechter bei Toiletten verklagt hat.
In der Bundeshauptstadt wird deshalb derzeit geprüft, ob öffentliche Toiletten generell kostenlos angeboten werden können. Ein Ergebnis gibt es laut dem Büro des zuständigen Stadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ) noch nicht.
Die zuständige Magistratsabteilung 48 verwaltet in Wien 167 stationäre öffentliche WC-Anlagen. Bei mehr als 80 Prozent davon wird laut Rathaus keine Gebühr verlangt.
Anders sieht es bei 27 besonders stark frequentierten Anlagen aus, die während bestimmter Zeiten von externem Personal betreut werden. Für die Benutzung einer Kabine werden dort 50 Cent verlangt, der Pissoirbereich ist hingegen kostenlos.
Begründet wird dieser Unterschied mit dem höheren Reinigungsaufwand bei den Kabinen. Außerhalb der Betreuungszeiten steht ein großer Teil dieser Anlagen ebenfalls kostenlos zur Verfügung.