Wo sonst große Gefühle und Musical-Hits die Hauptrolle spielen, sorgt jetzt die Sonne für Energie: Auf dem Dach des traditionsreichen Ronacher-Theaters in der Wiener Innenstadt ist eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen.
122 Solarmodule liefern künftig sauberen Strom direkt für das Theater. Genutzt wird die Energie vor allem für die Haustechnik und die Beleuchtung der Gänge. Das Besondere: Die Anlage wurde so geplant, dass sie das historische Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes nicht beeinträchtigt.
"Das Rathaus, die Staatsoper und nun auch das Ronacher: Wiens historische Dächer werden Schritt für Schritt zu Solarkraftwerken", sagt Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Kulturinstitutionen, Denkmalschutz und moderne Energieversorgung seien "kein Widerspruch". Auch NEOS-Energiesprecher Stefan Gara sieht im Projekt ein Signal für die Energiewende: "Das Ronacher zeigt eindrucksvoll, dass Klimaschutz und kulturelles Erbe Hand in Hand gehen können."
Die Solaranlage ist nur aus der Vogelperspektive sichtbar. Selbst technische Komponenten wie der Wechselrichter wurden auf dem Flachdach versteckt verbaut. Wien-Energie-Geschäftsführerin Alma Kahler betont die Herausforderungen: "Bei bestehenden und vor allem denkmalgeschützten Häusern sind besondere Anforderungen in der Anlagenplanung und -errichtung zu beachten."
Für das Ronacher ist es nicht der erste Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Bereits seit 2024 wird das Musicalhaus über die Fernkälte von Wien Energie gekühlt. Dadurch soll sich der Energiebedarf für die Klimatisierung etwa halbiert haben. "Die neue Photovoltaikanlage ermöglicht ab sofort ein noch nachhaltigeres Musicalerlebnis", sagt Wien-Holding-Geschäftsführerin Karin Ramser.
Auch die Vereinigten Bühnen Wien verweisen auf ihre Umweltziele. Geschäftsführer Franz Patay erklärt: "Die Anbindung an die Fernkälte und die Photovoltaikanlage sind weitere Schritte, die Umweltziele der Stadt Wien zu unterstützen."
Nach Angaben von Wien Energie sind derzeit rund 17.600 Photovoltaikanlagen in Wien in Betrieb. Das Unternehmen betreibt inzwischen mehr als 550 eigene PV-Anlagen. Mit dem Ronacher kommt nun ein weiteres prominentes Dach zur wachsenden Liste der Wiener Sonnenkraftwerke hinzu.