An Genossenschaft verkauft

Jahrelang verfallen, nun wird Otto-Wagner-Haus saniert

Ein historisches Wohnhaus am Alsergrund stand jahrelang weitgehend leer und verfiel. Nun wurde die Liegenschaft um 4,1 Millionen Euro verkauft.
Wien Heute
11.06.2026, 10:14
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Das Gründerzeithaus in der Harmoniegasse 10 am Wiener Alsergrund sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen. Das von Star-Architekt Otto Wagner entworfene Gebäude stand großteils leer und verfiel zunehmend.

Zuletzt hatten Aktivistinnen und Aktivisten das Haus im April 2024 besetzt. Mit Sprüchen wie "Leerstand ist zum Speiben" protestierten sie gegen Immobilienspekulation. Die Polizei musste damals zur Räumung ausrücken – "Heute" berichtete.

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Nur zwei von 18 Wohnungen bewohnt

Das Haus gehörte bisher der Dr. Eduard Kaufmann'schen Armenstiftung und wurde seit mehr als 20 Jahren von der Stadt Wien (MA 40) verwaltet. Obwohl die Stiftung Menschen an der Armutsgrenze unterstützen soll, steht der Großteil der Wohnungen seit rund 15 Jahren leer. Vor zwei Jahren waren nur zwei der 18 Wohnungen bewohnt.

Die damals verbliebenen Mietparteien in dem einst schönen Altbau leben schon seit über 30 Jahren hier. Jahrzehntelang gab es keine neuen Mieter, das Haus verfiel immer mehr: "Es wird gewartet, dass die Leute sterben oder ausziehen", mutmaßte ein Hausbewohner damals gegenüber "Heute".

Gesiba bezahlte 4,1 Millionen Euro

Brisant: Nach langer Suche wurde das Haus nun ausgerechnet an die Gesiba verkauft – eine gemeinnützige Siedlungs- und Baugesellschaft, die sich im Eigentum der Stadt Wien befindet, wie der ORF berichtet.

Für die Liegenschaft wurden insgesamt 4,1 Millionen Euro bezahlt. Die MA 40 begründet den Verkauf damit, dass die Stiftung durch die Einnahmen ihren sozialen Auftrag langfristig absichern könne. Dass sich die Veräußerung über Jahre hingezogen habe, liege laut Stadt an der komplexen Rechtslage rund um die Stiftung sowie an mangelnden Kaufangeboten.

Fassade steht unter Denkmalschutz

Nun soll das Otto-Wagner-Haus umfassend modernisiert werden. Ziel sei es, das Gebäude energetisch und baulich fit für die Zukunft zu machen und gleichzeitig seinen historischen Charakter zu erhalten, erklärt die Gesiba gegenüber dem ORF.

Beim Renovieren ist allerdings Expertise gefragt. Denn: "Das Haus selbst steht nicht unter Denkmalschutz – sehr wohl aber die Fassade – hier gibt es einen Ensembleschutz", ließ das Büro Hacker 2024 "Heute" wissen. Als Grund für die bisherige unterlassene Renovierung hieß es aus dem Büro Hacker, dass "die Stadt nicht die Eigentümerin der Liegenschaft ist, sondern die Dr. Eduard Kaufmann'schen Armenstiftung. Die Stadt Wien verwaltet lediglich die Stiftung".

Mieter erhalten Ersatzwohnungen

Den verbliebenen Mietern sollen während der Bauarbeiten Ersatzwohnungen angeboten werden. Nach Abschluss der Sanierung sollen die Wohnungen unbefristet vermietet werden. Wann die Arbeiten beginnen und wie lange sie dauern werden, ist derzeit noch offen.

Die Grünen kritisieren den jahrelangen Leerstand und den Verkauf der Liegenschaft: "Der große Teil der Wohnungen hat jahrelang leer gestanden. Damit wurde der Zweck der gemeinnützigen Stiftung nicht erfüllt. Der Verkauf an die Gesiba ist nur die zweitbeste Lösung. Damit wird der gemeinnützigen Stiftung langfristig die Grundlage entzogen und die Gesiba muss Rücklagen verbrauchen, die sie sonst für leistbare Wohnungen aufwenden könnte", meint der Klubobmann und Wohnbausprecher der Grünen Wien, Georg Prack.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.06.2026, 12:51, 11.06.2026, 10:14
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