Die XXII: Olympischen Winterspiele steigen vom 7. bis zum 23. Februar 2014 im russischen Sotschi. Bereits vor dem Start der wohl größten Winterspiele aller Zeiten herrscht im russischen Badeort an der Schwarzmeer-Küste das Chaos. Einige Wettkampfstätten sind noch Baustellen. Eine "Baustelle" der anderen Art könnte di3e Gästeliste des sportlichen Großevents werden. Aus Protest gegen die politische Situation in Russland wollen einige namhafte Politiker den Spielen in Putins Sommerresidenz fern bleiben.
Die XXII. Olympischen Winterspiele steigen vom 7. bis zum 23. Februar 2014 im russischen Sotschi. Bereits vor dem Start der wohl größten Winterspiele aller Zeiten herrscht im russischen Badeort an der Schwarzmeer-Küste das Chaos. Einige Wettkampfstätten sind noch Baustellen. Eine "Baustelle" der anderen Art könnte die Gästeliste des sportlichen Großevents werden. Aus Protest gegen die politische Situation in Russland wollen einige namhafte Politiker den Spielen in Putins Sommerresidenz fern bleiben.
Den Zuschlag erhielt die russische Bewerbung am 4. Juli 2007 in Guatemala-Stadt, als sich Sotschi im finalen Wahlgang gegen Pyeongchang mit 51:47 Stimmen durchsetzte. Davor war bereits dieSalzburger Bewerbung ausgeschieden. Bereits damals hagelte es Kritik am russischen Präsidenten. In einem öffentlichkeitswirksamen Plädoyer stellte der russische Präsident klar, dass Sotschi "die beste Bewerbung" ist. Durch den Einstieg des russischen Erdgas-Konzerns Gazprom als Sponsor kurz vor der Wahl des Austragungsortes entschied das Geld den Wahlgang zugunsten der Bewerbung Sotschis.
Sämtliche Sportstätten existierten damals nur auf Computergrafiken und mussten in den sieben verbleibenden Jahren bis zur Eröffnung der Giganten-Spiele erst gebaut werden, um die "Retorten-Spiele" an der russischen Schwarzmeer-Küste zu ermöglichen. Für das Großevent in seinem Ferien-Domizil setzte der russische Präsident alle Hebel in Bewegung, um die größten Winterspiele aller Zeiten abzuhalten. Ein Investitionsvolumen von 8,6 Milliarden Euro - durch Sponsoren wie Gazprom und die russische Regierung - ließ rund um die Schwarzmeer-Stadt ein Wintersport-Zentrum entstehen.
Kostenexplosion der Großbaustelle Sotschi
In der Stadt an der russischen Schwarzmeer-Küste zeichnet sich ein tristes Bild ab. , die Baukosten stiegen auf mittlerweile über 37 Milliarden Euro. Das Olympiastadion ist weiterhin eine Großbaustelle, die Eröffnungsshow des Mega-Spektakels, die am 7. Februar die Spiele einleitet, kann nicht geprobt werden. Obwohl 100.000 Arbeiter auf der olympischen Großbaustelle beschäftigt waren, reichte diese kaum vorstellbare Anzahl an Arbeitskräften nicht aus, weshalb das russische Arbeitsministerium noch 7.000 weitere Stellen für Arbeitssuchende ausschrieb. Sie kämpfen einen Kampf, der gewonnen werden muss, um das Ansehen Russlands zu wahren.
Vom Bauboom im Olympiaort profitieren konnte die österreichische Baufirma STRABAG, die das Olympische Dorf und das Raddison Blu-Hotel in Sotschi baute. Außerdem war der Konzern für den Aus- und Umbau des 50 Jahre alten Flughafens verantwortlich. In Summe erhielt die STRABAG Aufträge mit einem Volumen von 400 Millionen Euro zugesprochen.
Dachkonstruktion des Olympiastadions noch nicht fertig
Die Eröffnungs- und Schlussfeier der Spiele wird im "Fisht"-Olympiastadion stattfinden. Die 40.000 Zuschauern Platz bietende Arena ist das Prunkstück der Spiele in Putins Sommerresidenz. Allein die Baukosten für das Stadion werden auf 63,5 Millionen US-Dollar beziffert. Für die Fußball-Weltmeisterschaft ist die Arena ebenfalls als Spielort vorgesehen. Dafür wird die Zuschauerkapazität auf 47.500 Sitzplätze erhöht - dies allerdings erst 2017.
Während die meisten Arenen der Spiele bereits fertig sind, muss beim Prunkstück der Spiele noch an den Dachkonstruktionen gearbeitet werden. Trotzdem wird dafür gesorgt werden, dass bei der Eröffnungsfeier das Symbol der Spiele im richtigen Licht glänzt. Die aufwendige Eröffnungsshow kann allerdings noch nicht in der "Fisht"-Arena geprobt werden. Weiterhin auf Hochtouren gearbeitet wird in Sotschi, um die Wege und Plätze vor den Arenen fertigzustellen, man will schließlich ein optisch ansehnliches Bild abgeben.
Bewohner der Stadt von den langwierigen Bauarbeiten zermürbt
Von Olympia-Begeisterung ist in der Stadt an der Schwarzmeer-Küste (noch) nichts zu spüren. Die Großbaustellen und ihre Nebenwirkungen zehrten an den Bewohnern. Um an der Küste Platz für den Olympia-Park zu schaffen, wurden Bewohner umgesiedelt. Die lang andauernden Arbeiten brachten vor allem Dreck in der Stadt und Lärmbelästigungen mit sich. Kaum einen lässt das Olympia-Fieber kalt, auch wenn manche nur das Ende des Baustellen-Chaos mit dem Beginn der Spiele in Sotschi herbei sehnen.
Allerdings könnte sich dann die bereits jetzt schon angespannte Verkehrssituation in der Küstenstadt noch verschlechtern. Bereits jetzt haben die Bewohner Sotschis mit Staus und Verkehrsbelastungen zu kämpfen. Zwar sind die breiten Autobahnen, die in die Berge führen, fertig gestellt, doch an kleineren Zufahrtsstraßen wird weiterhin gearbeitet.
"Hot, Cool, Yours."
Das Olympia-Motto verspricht bereits Gegensätze. Gegenüber der russischen Schwarzmeer-Metropole, in der die Eisbewerbe ausgetragen werden, steht das 45km entfernte Krasnaja Poljana, die Bergregion, in der sämtliche Schnee-Bewerbe ausgetragen werden. Wenigstens der "coole"-Aspekt der Spiele scheint gesichert. Wladimir Putin höchstpersönlich hatte dem IOC und der gesamten Weltöffentlichkeit Schneesicherheit in den Bergen nördlich Sotschis garantiert, in riesigen Depots lagern nun Schneemengen, um die Durchführung der Bewerbe zu sichern. Der Schnee der vergangenen Jahre wurde gesammelt und aufbewahrt. Selbst bei frühlingshaften Temperaturen sind dadurch die Bewerbe in den Bergen gesichert.
Demonstrationen nur mit Zulassung
"Heiß" wird es hingegen bei geplanten Demonstrationen während der Olympischen Spiele zugehen. Waren eigentlich sämtliche Unmutskundgebungen von Seiten der Regierung verboten worden, . Demonstrationen müssen bewilligt werden und dürfen nur mit einer vorgegebenen Teilnehmerzahl und in einem bestimmten Bereich abgehalten werden.
Vier Wochen vor dem Beginn der Olympischen Spiele wurde die erste Protest-Zone eingeweiht. In der 18 Kilometer von Sotschi entfernten Kleinstadt Chosta dürfen während der Spiele offiziell Proteste abgehalten werden. "Die Leute können ihre Meinung dort frei äußern, ohne die Rechte anderer Bürger oder die Olympische Charta zu verletzen", erklärte Russlands Vize-Regierungschef Dmitri Kosak. Die Lockerung des Demonstrationsverbotes wird genauso wie die als Versuch ausgelegt, Absagen und Proteste ausländischer Politiker zu verhindern.
Boykott der Winterspiele
, der französische Präsident Francois Hollande, der britische Premier David Cameron, Angela Merkel und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck.
Einer Umfrage zufolge sind 59% der österreichischen Bevölkerung für einen . "Es wäre falsch, wenn zwar Wirtschaftstreibende nach Russland fahren, aber die Sportler, wenn sie Höchstleistungen erbringen, nicht unterstützt werden", sagte der Bundeskanzler. Auch Heinz-Christian Strache wird nach Sotschi reisen, der FPÖ-Parteichef findet einen Boykott "unsinnig".
Hermann Maier reist ebenfalls nicht nach Sotschi
Dem Boykott der Spiele durch zahlreiche Staats- und Regierungschefs angeschlossen hat sich Hermann Maier. . Ebenso an den Olympischen Spielen teilnehmen wird Österreichs einzig offen homosexuelle Sportlerin im Olympia-Kader, die Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz.