CDU-Politiker im Kreuzfeuer

Spahn zu Leihmutterschaft: "Etwas sehr Privates"

Jens Spahn spricht im Podcast offen über die Leihmutterschaft, die ihm und seinem Mann die Vaterschaft ermöglichte – und stellt sich der Kritik.
Newsdesk Heute
17.07.2026, 22:00
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Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, gerät politisch unter Druck, nachdem er mit seinem Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater wurde.

Innerhalb der CDU gibt es Rücktrittsforderungen ("Heute" hat berichtet), und Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, die Parteispitze werde sich mit dem Thema befassen.

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In einem Podcast mit "Bild"-Vize Paul Ronzheimer meldete sich Spahn aus den USA zu Wort. Er betonte, seine Zukunft als Fraktionsvorsitzender werde mit der Fraktion im September besprochen: "Am Ende kann ja nur die Fraktion darüber entscheiden, wie es weitergeht." Besonders wichtig sei ihm aber seine Familie: "Für mich gibt es, und das wird mir jede Stunde immer bewusster, nichts Wichtigeres als meine Familie."

Wie "l'essentiel" berichtet, erklärte Spahn im Podcast: "Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen. Aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema beschäftigen haben wir uns für diesen Weg entschieden."

Er wies darauf hin, dass in Deutschland die Vermittlung und ärztliche Begleitung einer Leihmutterschaft verboten seien, Eltern oder Leihmütter aber nicht bestraft würden.

Vergangene Aussagen Spahns zur Leihmutterschaft

Schon 2015 sagte Spahn als damaliger gesundheitspolitischer Sprecher der Union gegenüber GQ: "Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht."

Als Gesundheitsminister verantwortete Spahn auch das Embryonenschutzgesetz, das Leihmutterschaften verbietet. 2020 erklärte sein Ministerium, eine Änderung sei nicht geplant und das Kindeswohl habe Vorrang.

Politik und Privates schwer zu trennen

Nach Anlaufschwierigkeiten hat Spahn zuletzt seine Position als Fraktionschef mit einer Wiederwahl gestärkt. Nun steht er erneut vor einer schwierigen Entscheidung: Bleibt er trotz Kritik im Amt oder zieht er Konsequenzen? Die Trennung von Politik und Privatem scheint nicht aufzugehen.

Spahn selbst betonte, dass die Diskussion um seine Vaterschaft eine Herausforderung sei, aber: "Es ist und bleibt etwas sehr Privates. Ich möchte meine Familie schützen."

Reaktionen aus der Union

Auffällig ist, dass ihm vorerst wenig Unterstützung aus der Unionsspitze zuteilwurde. Kanzler Merz zeigte sich zurückhaltend und verwies auf die klare Rechtslage sowie einen bestehenden Parteitagsbeschluss: "Ich sehe nicht, dass an der Rechtslage oder an dem Parteitagsbeschluss Änderungen vorgenommen werden sollen."

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.07.2026, 13:54