In der Union sorgt die Debatte um Jens Spahn weiter für Unruhe. Nach einem Bericht der "Bild" soll noch am Samstag über die politische Zukunft des CDU-Politikers beraten werden.
Wie die Zeitung unter Berufung auf Parteikreise berichtet, sollen der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, CSU-Chef Markus Söder und Spahn noch am Samstag zu einem Gespräch zusammenkommen. Demnach könnte dabei auch über einen möglichen Rücktritt des Unionsfraktionschefs entschieden werden.
Auslöser der Diskussion ist die Geburt des Kindes von Spahn und seines Ehemanns durch eine Leihmutter in den USA. Laut "Bild" wird parteiintern darüber diskutiert, ob Spitzenpolitiker der CDU mit diesem Vorgehen deutsches Recht umgangen hätten. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, die CDU lehnt sie nach Angaben der Zeitung grundsätzlich ab.
Die "Bild" berichtet unter Berufung auf mehrere CDU-Landesverbände, dass ein möglicher Rücktritt Spahns noch vor dem ZDF-Sommerinterview von Bundeskanzler Friedrich Merz am Sonntag erfolgen solle.
Dem Bericht zufolge wächst der parteiinterne Druck weiter. So habe die CDU im sauerländischen Brilon den Rückzug Spahns gefordert. Außerdem verlangt der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt laut "Bild" eine Sondersitzung der Unionsfraktion.
Mattfeldt sagte der Zeitung: "Wir brauchen umgehend eine Sondersitzung der Unions-Bundestagsfraktion! Wir können nicht mehr warten."
Nach Angaben der "Bild" hatte zuvor bereits der CDU-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, den Rücktritt Spahns gefordert. Zudem soll Spahn seine Situation parteiintern zuletzt selbstkritisch hinterfragt haben. Eine offizielle Entscheidung lag zunächst nicht vor.