Sport

Spanien ist Europameister

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:22

Am Sonntag steigt in Kiew das Finale der Fußball-EM 2012. Spanien versucht, den Titel gegen Italien, das Deutschland aus dem Turnier geworfen hat, zu verteidigen. Heute.at tickert ab 20:15 Uhr live.

Am Sonntag steigt in Kiew das Finale der Fußball-EM 2012. Spanien versucht, den Titel gegen Italien, das Deutschland aus dem Turnier geworfen hat, zu verteidigen. Heute.at tickert ab 20:15 Uhr live.

Public Viewing sogar im Circo Massimo in Rom

Unter einer Hitzeglocke mit Rekordtemperaturen bis zu 40 Grad haben die italienischen Fußballfans am Sonntag überall im Land dem EM-Finale ihrer Azzurri gegen Spanien entgegengefiebert. Nicht nur in den Großstädten wie Mailand, Turin, Rom oder Neapel wurden für das abendliche Public Viewing die Großbildschirme auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft.

In Rom hatte Bürgermeister Gianni Alemanno den Circo Massimo für das Spektakel freigegeben, zu dem rund 100.000 Fans erwartet wurden. Vier Maxischirme wurden aufgestellt: Die größte antike Vergnügungsanlage Roms war wieder als Schauplatz gefragt.

Auch auf der Insel Capri, in Gefängnissen und in den Zeltstädten der im Mai von Erdbeben betroffenen Menschen in der Emilia standen Bildschirme. Wie schon vor dem Halbfinale gegen Deutschland waren auch viele Bars und Restaurants grün-weiß-rot geschmückt und auf einen Ansturm vorbereitet. Unabhängig vom Ausgang des Endspiels hatte Staatspräsident Giorgio Napolitano die "Squadra Azzurra" bereits zuvor für Montag zum Empfang in den römischen Quirinalpalast eingeladen.

Xavi will "Geschichte schreiben"

Spaniens Mittelfeldgenie Xavi will sich mit einem EM-Finalsieg gegen Italien und dem dritten großen Titel en suite unbedingt in den Fußball-Rekordbüchern verewigen. "Wir wollen allen zeigen, dass wir noch hungrig auf Siege sind", betonte Xavi am Samstagabend etwas mehr als 24 Stunden vor dem Endspiel in Kiew. "Wenn wir gewinnen, schreiben wir Geschichte. Wir freuen uns auf das Spiel."



Iker Casillas hält sich nicht für Favoriten

Team-Kapitän und Tormann Iker Casillas erwartet im Olympiastadion der ukrainischen Hauptstadt ein Duell auf Augenhöhe. "Ich würde nicht sagen, dass wir die Favoriten sind. Ich denke, wir sind gleichstark", sagte der 31-Jährige.

"Viel Glück" - Staatspräsident schrieb Italiens Team

Einen Tag vor dem EM-Finale gegen Spanien haben Italiens Fußballer noch einmal Unterstützung von höchster Stelle erhalten. Staatspräsident Giorgio Napolitano schrieb der Mannschaft einen Brief zum Endspiel, in dem der 87-Jährige "den Teamspirit, die Entschlossenheit und die Großzügigkeit" der Spieler lobte.

In Zeiten der Wirtschaftskrise würden diese Eigenschaften nicht nur dem Nationalteam weiterhelfen, sondern auch dem ganzen Land. "Ich wünsche Ihnen viel Glück für morgen", schrieb der Präsident in 20 Zeilen, die der italienische Verband am Samstag in Kiew bei der Pressekonferenz zum Finale (Sonntag, 20.45 Uhr) verteilen ließ.

Trainer Cesare Prandelli nannte es einen "sehr emotionalen Moment", der Mannschaft diesen Brief vorzulesen. Die Italiener gaben sich am Tag vor dem Endspiel gegen den Welt- und Europameister ausgesprochen locker und ließen sogar zu, dass Journalisten das komplette Abschlusstraining im Olympiastadion von Kiew verfolgen konnten statt wie sonst üblich nur die ersten 15 Minuten.

"Vielleicht hat Spanien die größeren Chancen, zu gewinnen", meinte Tormann und Teamkapitän Gianluigi Buffon. "Sie haben zuletzt alle großen Titel gewonnen, haben einen eigenen, erfolgreichen Stil, und sie haben eine große individuelle Qualität. Aber unsere Stärke ist die Solidarität und dass bei uns alle an einem Strang ziehen. Ich hoffe, dass wir bei diesem Turnier bis zum Ende die Überraschungsmannschaft bleiben."

12 Spanier könnten Euro-Double schaffen

Ein Dutzend Spanier könnte am Sonntag beim Finale der Fußball-EM in Kiew Geschichte schreiben: Iker Casillas, Pepe Reina, Sergio Ramos, Alvaro Arbeloa, Raul Albiol, Xabi Alonso, Xavi, Andres Iniesta, Cesc Fabregas, David Silva, Fernando Torres und Santi Cazorla waren schon beim Titelgewinn bei der Euro 2008 in Österreich dabei. Sie könnten daher ein "Euro-Double" schaffen. Ein solcher EM-Doppelpack gelang bisher nur dem Deutschen Rainer Bonhof. Mit Abstrichen allerdings...



Bonhof stand nämlich bei den EM-Titelgewinnen der Deutschen in den Jahren 1972 (3:0-Finalsieg gegen Russland in Brüssel) und 1980 (2:1 gegen Belgien in Rom) jeweils im Kader, spielte aber bei beiden Endrunden keine einzige Minute, wie die spanische Tageszeitung "El Pais" im Vorfeld des Endspiels recherchierte. 1972 war für ihn als 20-Jährigen noch kein Platz im Star-Ensemble rund um Franz Beckenbauer und Gerd Müller, 1980 kam er wegen Verletzungspech nicht zum Zug.

Zitat des Tages: "Ich habe viel Wodka getrunken." UEFA-Präsident Michel Platini am Samstag in Kiew auf die Frage eines Journalisten, was er in den vergangenen Wochen so getan habe, außer Fußball-EM-Spiele im Stadion zu schauen.

Manipulierte EM-TV-Bilder?

Gegen die Europäische Fußball-Union sind erneut Vorwürfe wegen der Manipulation von TV-Bildern während der Europameisterschaft laut geworden. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde am Donnerstag beim Halbfinale Deutschland gegen Italien eine schwarz-rot-gold geschminkte Frau auf der Tribüne eingeblendet, der eine Träne über die Wange lief.



Diese unmittelbar nach dem 0:2 durch Mario Balotelli in der 36. Minute gezeigte Szene sei tatsächlich bereits vor dem Spiel gefilmt worden, schreibt das Blatt unter Berufung auf die Frau, die angab, sie habe vor Spielbeginn aus Rührung weinen müssen. Die UEFA wollte dazu zunächst keine Stellungnahme abgeben. Die ARD bestätigte der Zeitung, dass die Bilder aus dem deutschen Fanblock schon zuvor aufgezeichnet worden waren.

Platini: EURO 2020 "in 12 oder 13 Städten in ganz Europa"

Michel Platini denkt über die nächste Revolution bei der Organisation der Fußball-EM nach. Nach der ab 2016 gültigen Aufstockung von 16 auf 24 Teams verfolgt der UEFA-Präsident nun die Idee eines Turniers "in 12 oder 13 Städten in ganz Europa" im Jahr 2020. Das hat der Präsident des europäischen Verbands am Samstag in Kiew verkündet. Bisher wurde die Turniere von ein bis zwei Nationen ausgerichtet.

"Kuchen-Affäre" um Ronaldo dementiert

Portugals Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo hat entgegen Medienberichten auf der Rückreise von der EURO in die Heimat nicht das Mannschaftsflugzeug der "Seleccao" verpasst. Die Berichte (siehe unten), wonach der 27-jährige Real-Madrid-Stürmer die Maschine von Donezk nach Posen verpasst habe, weil er sich in einem Flughafen-Cafe einen Kuchen gekauft habe, seien nicht richtig, so der nationale Fußball-Verband FPF. "Alle Spieler, Trainer und Funktionäre sind zusammen von Donezk nach Posen und dann nach Lissabon zurückgeflogen", hieß es. Ronaldo und sein Management gaben zu der international weit verbreiteten Meldung keine Stellungnahme ab.

Flotte Sprüche zur EURO-2012-Endrunde

"Vielleicht ist es ein wenig relaxter dieses Mal. Das Wichtigste ist aber, dass wir gut spielen. Es geht nicht darum, dass wir uns hier jetzt eine nette Statue ansehen oder auf eine Pizza gehen." Englands Torhüter Joe Hart über die entspanntere Situation unter Teamchef Roy Hodgson.

"Das ist schließlich nicht Andorra. Obwohl: Gegen Andorra triffst du nicht immer so viel ins Netz." Roman Schirokow nach dem furiosen 4:1 der Russen gegen Tschechien.

"Was hat mal ein ganz großer Kollege von mir gesagt, Giovanni Trapattoni: Ein Trainer ist kein Idiot!" Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw auf die Frage, wie seine Personalentscheidungen zustande kämen, mehr aus Gefühl oder mehr aus Erkenntnissen.

Und weil's so lustig war, noch ein paar flotte Sprüche zur EURO-2012-Endrunde

"Er sagte etwas auf Englisch, das ich nicht verstanden habe. Ich habe ihm die Hand vor den Mund gehalten, nur zur Sicherheit." Italiens Verteidiger Leonardo Bonucci bewahrte Teamkollege Mario Balotelli bei dessen Torjubel auf ungewöhnliche Art vor einem verbalen Ausraster.

"Ich habe den Arsch nicht in Nutella." Selbiger Mario Balotelli outete sich als harter Kerl, der keineswegs verwöhnt ist.

"Das war der schönste Abend meines Lebens." Balotelli zeigte nach seinem Doppelpack beim 2:1 im Halbfinale gegen Deutschland doch noch seine zarte Seite.

Berlusconis Zeitungen beleidigen Merkel

Italienische Tageszeitungen unter Kontrolle des Medienzaren und Ex-Premiers Silvio Berlusconi erregen mit aggressiven Artikeln gegen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Aufmerksamkeit. Nach dem Sieg der italienischen Nationalelf gegen Deutschland bei der EURO 2012 und nachdem Premier Mario Monti beim EU-Gipfeltreffen in Brüssel Deutschlands Zusagen für ein Wachstumspaket gegen Eurohilfen ohne strikte Sparauflagen erhielt, erschienen Berlusconis rechtsorientierte Tageszeitungen Libero und Il Giornale am Freitag mit schweren Beleidigungen gegen Merkel.

Finanzielles Trostpflaster für DFB-Elf

Nach dem erneut verpassten Titelgewinn dürfen sich die 23 deutschen EM-Spieler mit einem Urlaubsgeld von jeweils 100.000 Euro trösten. Diese Prämie zahlt der DFB für den Einzug ins verlorene Halbfinale gegen Italien. Bei einem Titelgewinn hätten Kapitän Philipp Lahm und seine Kollegen die Rekordsumme von je 300.000 Euro kassiert. Auch für Platz drei bei der WM 2010 hatten die Deutschen 100.000 Euro erhalten. Nach der EM-Finalniederlage vor vier Jahren hatte es den bisherigen Höchstbetrag von 150.000 Euro pro Mann gegeben.

Papst Benedikt war im Semifinale neutral

Papst Benedikt XVI., ein gebürtiger Deutscher, war beim EM-Semifinale zwischen Deutschland und Italien unparteiisch. Die bessere Mannschaft möge gewinnen, ließ das Kirchenoberhaupt via Vatikan-Sprecher Federico Lombardi ausrichten. Der päpstliche Privatsekretär Georg Gänswein bangte laut Lombardi hingegen vergeblich mit der deutschen Mannschaft.

Royales Daumendrücken für Iberer

Spanien hat nach Ansicht von König Juan Carlos "alle Möglichkeiten", das EM-Finale zu gewinnen. Wenn die Nationalelf ihre Sache gut mache und etwas Glück habe, werde sie auch gewinnen, sagte der Monarch im Madrider Zarzuela-Palast. Er gratulierte dem Team von Trainer Vicente del Bosque zum Sieg im Halbfinale gegen Portugal und zum Einzug ins Endspiel. Die Partie gegen Portugal sei "sehr gut, aber auch sehr schwer" gewesen. Kronprinz Felipe hatte noch in der Nacht mit Del Bosque telefoniert und der Mannschaft seine Glückwünsche übermitteln lassen. Der Thronfolger wird ebenso wie Ministerpräsident Mariano Rajoy zum Finale nach Kiew fliegen.

Ronaldo verpasste Flieger wegen eines Stücks Kuchen

Portugals Fußball-Star Cristiano Ronaldo hat am Donnerstag auf der Rückreise den Flieger von Donezk nach Posen verpasst, weil er sich am Flughafen kurz vor dem Abflug noch ein Stück Kuchen kaufen wollte, berichteten Medien am Freitag. "Das ist unfair. Ich bin nur schnell ins Cafe gegangen, um mir einen Kuchen zu kaufen, und der Flieger ist ohne mich gestartet", wurde der 27-Jährige zitiert.



Dass der Stürmer von Real Madrid nicht in der Maschine mit den Teamkollegen saß, habe Nationaltrainer Paulo Bento zu spät bemerkt, hieß es unter Berufung auf das EM-Informationszentrum. Ronaldo habe ein paar Stunden auf den nächsten Flug nach Posen warten müssen, habe aber dann den Anschlussflug nach Lissabon mit seinen Teamkollegen nehmen können.

Fußball-Legende Eusebio hatte Schlaganfall

Portugals Fußball-Legende Eusebio hat während des Aufenthalts bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine einen leichten Schlaganfall erlitten. Der 70-Jährige befindet sich derzeit in einem Spital in Lissabon. "Nach der Neubewertung der Befunde und Bilder kann der Schluss gezogen werden, dass er am 24. Juni einen Schlaganfall erlitten hat", sagte Spitaldirektor Jose Roquette am Freitag. Eusebio müsse nun noch für unbestimmte Zeit im Spital bleiben.

Schock: Italienischer Fan stirbt

Ein italienischer Fan ist am Donnerstagabend gestorben, als er den Sieg seiner Mannschaft im EM-Halbfinale gegen Deutschland feierte. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa vom Freitag stürzte der 52-Jährige von der Insel Sardinien rückwärts auf einen Glastisch, der dabei zerbrach. Eine Scherbe schnitt dabei eine Oberschenkelarterie auf. Der Bruder rief einen Krankenwagen, doch für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

Macht Spanien das Triple perfekt?

Noch ein Erfolg und das historische Titel-Triple ist perfekt. "Dieser Sieg wäre wie die Kirsche auf dem Kuchen", sagte Innenverteidiger Sergio Ramos. Aber vor dem Wiedersehen mit Auftaktgegner Italien herrscht bei den Spaniern nur gedämpfter Optimismus. Der Titelverteidiger sieht dem Endspiel am Sonntag in Kiew mit gemischten Gefühlen entgegen.

Balotelli als Top-Torschütze

Mit drei Toren führt gemeinsam mit den bereits ausgeschiedenen Mario Gomez, Alan Dsagojew, Cristiano Ronaldo und Mario Mandzukic an. Die Torjägerkrone interessiert den Italiener nach eigenen Angaben aber nicht. "Wenn ich gegen Spanien nicht treffe und schlecht spiele, ist es auch egal, so lange wir den Titel holen."

Chancen stehen 50:50

Vor dem EM-Finale zwischen Titelverteidiger Spanien und Herausforderer Italien hat der spanische Erfolgstrainer Vicente del Bosque die Chancen als "50:50" eingestuft. Italien sei vierfacher Weltmeister. "Wir können nicht von einem Favoriten sprechen", sagte Del Bosque am Freitag im Interview mit spanischen Radiosendern.

Randale in Deutschland

Nach Italiens Sieg gegen Deutschland hat die Polizei in Wolfsburg nur mit Mühe verhindert. "Es war der übliche Wahnsinn", sagte Polizeisprecher Thomas Figge am Freitag. Er sprach von chaotischen Zuständen. Anhänger der DFB-Auswahl griffen italienische Fans an und versuchten unter anderem, einen Autokorso von rund 750 Italienern zu stoppen.

Portugiese pfeift das Finale

Der Portugiese Pedro Proenca pfeift am Sonntag in Kiew das EM-Finale zwischen Italien und Titelverteidiger Spanien. Das teilte die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Freitag mit. Der 41-Jährige leitete bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine unter anderem bereits das am vergangenen Sonntag. Proenca ist der erste Portugiese, der ein EM-Endspiel leiten wird.

Italien und Spanien setzen Serie fort

Italien hat mit seinem EM-Halbfinalsieg eine ungewöhnliche Serie fortgesetzt. Seit 1988 treffen einander bei jedem zweiten EM-Turnier zwei Teams im Endspiel wieder, die sich schon zum Auftakt der Gruppenphase begegnet waren. Spanien und Italien hatten sich . Begonnen hatte die Serie bei der EM in Deutschland vor 24 Jahren.

Damals unterlag die Niederlande der UdSSR zum Auftakt 0:1. Im Finale triumphierten die "Oranjes" dann 2:0. Acht Jahre später bezwang die DFB-Auswahl zum Turnierstart die Tschechen mit 2:0 und feierte dann im Finale gegen den selben Gegner ihren bisher letzten Titel mit einem 2:1 dank Golden Goal. 2004 waren dann Portugal und Griechenland an der Reihe. Im EM-Eröffnungsspiel verlor der Turnier-Gastgeber gegen die Hellenen mit 1:2. Auch im Finale behielten dann Otto Rehhagels Kicker mit 1:0 die Oberhand.

Schlechtes Turnier für Wettanbieter

Ein Fußball-Großereignis bedeutet für Sportwettenanbieter üblicherweise Grund zum Jubeln. Ein Turnier-Jahr ist für Wettunternehmen umsatzmäßig eines mit quasi 13 oder sogar 14 Monaten. Wieviel die Anbieter unterm Strich tatsächlich verdienen, hängt aber immer davon ab, wie die Spiele ausgehen: Favoritensiege sind schlecht für die Buchmacher, Außenseitersiege lassen die Kassen klingeln. Bei der EM in Polen und der Ukraine war ihnen das Glück bisher nicht wirklich hold. Ausnahme war das , denn es hatten wenige erwartet, dass die Azzurri die Elf von Jogi Löw aus dem Bewerb kickt.

Mario Monti am Weg nach Kiew

Italiens Ministerpräsident Mario Monti will zum EM-Endspiel am Sonntag nach Kiew reisen. "Ich bin glücklich und stolz über den Erfolg der Nationalmannschaft", sagte der römische Regierungschef Freitag früh in Brüssel nach einer Nachtsitzung mit seinen Amtskollegen der Eurozone. Italien hatte am Donnerstag Deutschland im Halbfinale mit 2:1 geschlagen.

Italiener, die Unbezwingbaren

In einem offiziellen Bewerbspiel hat Spanien in der regulären Spielzeit nur einmal gegen die "Azzurri" gewonnen: Vor 88 Jahren, bei Olympia 1920 in Antwerpen (2:0). Vor vier Jahren in Wien setzte sich der spätere Champion Spanien nach einer von Taktik geprägte Nullnummer im Viertelfinale erst im Elfmeterschießen 4:2 durch. Allerdings stand der Vergleich Spanien gegen Italien bei fußballerischen Großereignissen noch nicht allzu oft auf dem Programm.

Bei der WM 1934 im faschistischen Italien von Diktator Benito Mussolini wurde doppelt gespielt. Zuerst am 31. Mai in Florenz (1:1) und dann gleich am Tag danach an selber Stelle. Diesmal behielten die Gastgeber mit 1:0 die Oberhand. Bei der EM 1980 trennte man sich in Mailand 0:0, acht Jahre später gewann Italien erneut in der EM-Gruppenphase in Frankfurt 1:0.

Kracher bei der WM 1994

Einen echten Kracher bot dann die WM 1994. Spanien verlor das Viertelfinale in der 88. Minute, als Roberto Baggio zum 2:1-Endstand traf. Die Iberer tobten über den ungarischen Schiedsrichter Sandor Puhl, der in der Nachspielzeit einen Ellbogencheck von Mauro Tassotti an Luis Enrique im Strafraum nicht sah. Spaniens Sturmspitze erlitt dabei einen dreifachen Nasenbeinbruch.

Es folgte der Vergleich in Wien, wo Spanien erst im Elfmeterschießen siegte. Eine Entscheidung in einem Finale vom Elferpunkt gab es übrigens in bisher 13 Turnieren nicht. Im Rahmen der EURO 2012 trafen die beiden Südeuropäer bereits zum Auftakt der Gruppenphase aufeinander. Spanien fing sich in Danzig durch Antonio di Natale (60.) den bisher einzigen Gegentreffer im Turnierverlauf ein, ehe Cesc Fabregas (64.) kurz darauf zum 1:1-Endstand ausglich.

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