Spanien greift durch. Künftig sollen Energydrinks für Jugendliche unter 16 Jahren tabu sein. Getränke mit besonders viel Koffein könnten sogar erst ab 18 Jahren in den Handel kommen. Das plant die Regierung in Madrid.
Sozial- und Konsumentenschutzminister Pablo Bustinduy hat das Vorhaben am Mittwoch in Barcelona vorgestellt. Die geplante Regelung sieht laut 20 Minuten vor, dass Getränke mit mehr als 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter nur mehr an Erwachsene verkauft werden dürfen.
"Es ist wissenschaftlich belegt, dass diese Energy-Drinks zu einer Bedrohung für die Gesundheit junger Menschen geworden sind", so Bustinduy. Die Getränke können Schlafprobleme, Angstzustände und Herzrasen auslösen.
In einigen Ländern Europas – etwa in Polen, Litauen oder Lettland – gibt es bereits Verkaufsverbote für Minderjährige. In den meisten europäischen Staaten, darunter auch Österreich und die Schweiz, gelten Energydrinks aber weiterhin als normale koffeinhaltige Erfrischungsgetränke.
Hintergrund für das spanische Gesetzesvorhaben sind aktuelle Zahlen aus einer Schülerbefragung des Gesundheitsministeriums. Demnach haben 38,4 Prozent der 14- bis 18-Jährigen im letzten Monat zu Energy-Drinks gegriffen. Besonders hoch ist der Anteil bei den 16- bis 18-jährigen Burschen – bei den 18-Jährigen sind es sogar mehr als die Hälfte.
Sorgen macht der Regierung auch die Kombination mit Alkohol: 15,2 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen 30 Tagen Energy-Drinks mit Alkohol gemischt zu haben. Das erhöht das Risiko für Alkoholvergiftungen.
Laut Marktforschungsunternehmen Circana wurden in Spanien im Jahr 2025 rund 105 Millionen Liter Energy-Drinks verkauft – das sind um 13,7 Prozent mehr als im Jahr davor. In vier Jahren ist der Absatz sogar um fast 39 Prozent gestiegen. Schon länger raten Experten der Lebensmittelbehörde Minderjährigen, auf die Getränke zu verzichten. Zu viel Koffein kann zu Schlafproblemen, auffälligem Verhalten und Herzrhythmusstörungen führen.
Auch die Bevölkerung steht hinter dem geplanten Gesetz: Ein aktuelles Barometer zeigt, dass neun von zehn Befragten eine Altersbeschränkung begrüßen. Selbst bei den 18- bis 35-Jährigen liegt die Zustimmung bei fast 90 Prozent.