Fast 7.000 Meter Höhe, eisige Temperaturen und extrem dünne Luft - und mittendrin ein Oberösterreicher mit einer 24 Jahre alten Spenderlunge. Helmut Steigersdorfer (50) hat im Jänner 2026 Geschichte geschrieben: Als einziger Patient einer internationalen Expedition erreichte er den Gipfel des 6.961 Meter hohen Aconcagua in Argentinien – den höchsten Berg Amerikas.
2002 war ihm im AKH Wien eine neue Lunge transplantiert worden. Jetzt stand er, begleitet von acht Teammitgliedern und medizinisch betreut von einem Ärzteteam der MedUni Wien, ganz oben. Sein Antrieb war klar: "Ich wollte zeigen, was unter kontrollierten Bedingungen mit einer vor 24 Jahren transplantierten Lunge machbar ist, und damit Hoffnung und Zuversicht geben", sagt der 50-Jährige.
Der Aufstieg war Teil einer wissenschaftlich begleiteten Expedition für Lungentransplantierte. Die Teilnehmer wurden laufend medizinisch überwacht, Daten gesammelt und ausgewertet. Doch für Steigersdorfer ging es um mehr als nur Forschung.
„Außergewöhnliche Erfahrung – körperlich, mental, aber auch menschlich“Helmut SteigersdorferLungentransplantierter
Der Gipfelsieg sei für ihn eine "außergewöhnliche Erfahrung – körperlich, mental, aber auch menschlich". Angst vor Komplikationen hatte er nicht. "Bei so einer Dichte an kompetenten Ärzten am Berg – da brauchte ich keine Zusatzversicherung."
Während andere Teilnehmer Höhen von über 5.500 Metern erreichten, schaffte es Steigersdorfer tatsächlich bis ganz nach oben - ohne zusätzlichen Sauerstoff. Medizinische Notfälle gab es keine. Laut dem medizinischen Team traten lediglich erwartbare Symptome der Höhenkrankheit wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen auf, die gut kontrollierbar waren.
Initiiert wurde die Expedition von Lungenfacharzt Peter Jaksch. Sein Ziel: zu zeigen, was moderne Transplantationsmedizin möglich macht. Doch das stärkste Bild lieferte am Ende Steigersdorfer selbst - mit wehender Jacke am Gipfel des Aconcagua.
Vom OP-Tisch auf fast 7.000 Meter - Helmut Steigersdorfer beweist: Eine Spenderlunge kann nicht nur Leben retten, sondern sogar Gipfelstürme möglich machen.