Umweltfaktoren als Trigger

MedUni Wien – Mehr Lungenembolien bei höherem Feinstaub

Erhöhte Feinstaubwerte und steigender Luftdruck können Lungenembolien auslösen. Das fanden nun Experten der MedUni Wien heraus.
Wien Heute
18.02.2026, 11:04
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Kurzfristig erhöhte Feinstaubwerte und steigender Luftdruck könnten mit einer höheren Zahl an Lungenembolien zusammenhängen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Medizinischen Universität Wien, veröffentlicht im Fachjournal Research and Practice in Thrombosis and Haemostasis.

Untersucht wurden 969 Patientinnen und Patienten mit bestätigter akuter Lungenembolie am AKH Wien.

Umweltfaktoren als möglicher Trigger

Die Forscher analysierten Feinstaub (PM2,5 und PM10), Luftdruck und Temperatur in den Tagen vor der Diagnose. Ergebnis: In Phasen mit höheren Feinstaubwerten und erhöhtem Luftdruck wurden mehr Lungenembolien festgestellt.

Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Patientinnen und Patienten ohne klassische Risikofaktoren wie Operation, Immobilisation oder Krebserkrankung – also bei sogenannten unprovozierten Lungenembolien.

"Unsere Daten deuten darauf hin, dass kurzfristige Anstiege von Feinstaub und Luftdruck mit mehr Lungenembolien einhergehen, besonders bei Patientinnen und Patienten ohne klassische Risikofaktoren", sagt Erstautor Stephan Nopp von der Klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie der MedUni Wien und des AKH Wien. "Das unterstreicht, dass Umweltbelastungen als potenzielle Auslöser mitgedacht werden sollten, auch wenn die beobachteten Effekte auf individueller Ebene gering sind."

Keine schwereren Verläufe

Keinen Zusammenhang fanden die Forschenden hingegen bei der Schwere der Erkrankung. Höhere Feinstaubwerte oder Luftdruck führten nicht zu schwereren Krankheitsverläufen bei Diagnosestellung.

Studienleiter Cihan Ay betont daher: "Es handelt sich um eine beobachtende Einzelzentrumsstudie, aus der sich keine Ursache-Wirkungs-Beziehung ableiten lässt. Die Ergebnisse liefern jedoch einen weiteren Baustein, um die Rolle modifizierbarer Umweltfaktoren bei thromboembolischen Erkrankungen besser zu verstehen."

Weitere Forschung nötig

Die Wissenschafter sehen nun Bedarf für weitere multizentrische Studien in unterschiedlichen Klimaregionen. Auch biologische Mechanismen wie Entzündungsprozesse oder Veränderungen der Gefäßfunktion sollen genauer untersucht werden.

Fest steht: Umweltfaktoren könnten – neben bekannten Risiken – eine zusätzliche Rolle beim Auftreten von Lungenembolien spielen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 18.02.2026, 15:13, 18.02.2026, 11:04
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen