Experten alarmiert

Wohnungsmangel in Wien spitzt sich zu – Mieten steigen

Die Zahl der Neubauten geht in Wien stark zurück. Bis 2040 fehlen an die 100.000 Wohnungen, so ein Bericht von BUWOG und EHL.
Wien Heute
18.02.2026, 14:32
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Der Wohnbau in Wien erreicht einen neuen Tiefpunkt. Das zeigt der "Erste Wiener Wohnungsmarktbericht 2026" von BUWOG und EHL. Die Zahl der Baubewilligungen ist massiv eingebrochen, die Fertigstellungen gehen stark zurück – gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch.

Baubewilligungen drastisch gesunken

Laut Bericht gingen die Baubewilligungen von 21.400 im Jahr 2019 auf nur noch 5.772 im Vorjahr zurück. Auch die Fertigstellungszahlen sinken deutlich: Heuer werden nur noch 8.630 Wohnungen erwartet – das sind rund 60 Prozent des Jahres 2023. Für 2027 wird ein weiterer Rückgang auf 6.911 Wohnungen prognostiziert.

"Der Produktionsüberhang aus den Boomjahren bis 2022 ist längst aufgebraucht, es gibt so gut wie keine Wohnraumreserven mehr und die Nachfrage ist ungebrochen stark“, so Buwog-Geschäftsführer Andreas Holler zur aktuellen Situation.

Von den heuer fertiggestellten Wohnungen seien nur etwas mehr als 2.000 Mietwohnungen. Auch bei Eigentumswohnungen drohen erstmals spürbare Verknappungen.

Mieten steigen weiter

Der Wohnungsmangel macht sich bereits bei den Preisen bemerkbar. Karina Schunker, Geschäftsführerin von EHL Wohnen, rechnet heuer mit deutlichen Steigerungen: Mieten könnten um sieben bis acht Prozent zulegen, Eigentumswohnungen um rund drei Prozent.

"Die Unterschiede bei den Preisanstiegen in guten und durchschnittlichen Lagen werden dabei noch deutlich stärker ausfallen als im Mietsegment", sagte Schunker.

EHL-Geschäftsführer Michael Ehlmaier warnt vor Folgen für die Stadtentwicklung: "Wenn Wohnen in der Großstadt für immer mehr Menschen unleistbar wird, führt dies verstärkt zu Abwanderungstendenzen und Zersiedelung im Umland".

Bis 2040 fehlen bis zu 100.000 Wohnungen

Bis 2040 könnte Wiens Bevölkerung laut Prognosen auf 2,2 Millionen wachsen. Der zusätzliche Wohnungsbedarf wird auf 95.000 bis 100.000 Wohnungen geschätzt.

Wohnungen werden außerdem immer schneller vergeben: Mietverträge würden oft direkt nach der Erstbesichtigung abgeschlossen, Käufer greifen bereits in frühen Bauphasen zu. Gleichzeitig steigt der Trend zu kleineren Wohnungen.

Forderungen nach Reformen

Als Gründe nennen BUWOG und EHL unter anderem hohe Baukosten, Restriktionen bei der Finanzierung, staatliche Eingriffe sowie die Zurückhaltung institutioneller Käufer.

Holler fordert daher Maßnahmen zur Ankurbelung des Wohnbaus: effizientere Widmungs- und Bauverfahren, vereinfachte Bauvorschriften, bundesweite Typengenehmigungen für Systembau sowie steuerliche Anreize und weniger komplexe Förderstrukturen.

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