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"Spider-Man Remastered" (PC) im Test – unglaublich gut

"Marvel's Spider-Man" fasziniert auch noch vier Jahre nach dem PlayStation-Start. Auf PC bekommt man nun einen fantastischen Remastered-Port serviert.

Rene Findenig
Der nächste PC-Port ist PlayStations nächster PC-Hit: "Marvel's Spider-Man Remastered" ist unglaublich gut.
Der nächste PC-Port ist PlayStations nächster PC-Hit: "Marvel's Spider-Man Remastered" ist unglaublich gut.
PlayStation

Erst vier Jahre alt, dafür schon eine bewegte Geschichte hinter sich: "Marvel's Spider-Man" erschien im Jahr 2018 für die PlayStation 4, erhielt zwei Jahre später nach dem Start der PlayStation 5 auch als Remastered-Vetrsion über die neue Next-Gen-Konsole und startet nun, noch einmal zwei Jahre später, auch als PC-Titel. Dass PlayStation-Ports super funktionieren können, stellte PlayStation bereits mit "God of War" unter Beweis – und wiederholt das Kunststück mit der Spinne nun so flink, wie sich Peter Parker im Kostüm von Spider-Man über den Bildschirm bewegt.

Der "alte" Held Peter Parker (neu schwingt sich ja auch Miles Morales als Spinne über die PlayStation) hat mit "Marvel's Spider-Man Remastered" von Insomniac Games nach einem PS5- nun auch einen PC-Auftritt spendiert bekommen. Doch ein kurzer Rückblick, um was es da überhaupt geht, bevor wir die PC-Qualitäten der Spinne bewerten. "Marvel's Spider-Man Remastered" verpasst nicht nur dem Superhelden eine brandneue Story und beeindruckendes Gameplay, sondern schenkt dem Mann hinter der Maske, Peter Parker, mindestens genauso viel Aufmerksamkeit.

Intuitiv, komplex und selbst für Fans überraschend

So startet Spider-Man aus der Sicht von Peter Parker, ohne dass der Spieler eine Sekunde verschnaufen kann. Der Kingpin soll festgenommen werden, also lässt Peter seine Zivilkluft und seine Verpflichtungen liegen und zieht sich die Spinnenmaske über. Noch während man sich wundert, dass es kaum Steuerungstutorials gibt, lenkt man Spider-Man bereits wie von selbst, während um einen herum Bomben explodieren, ein Gebäude in Schutt und Asche gelegt wird und der Kingpin losprügelt. Das Game liefert aber nicht nur legendäre Bosse, sondern auch einen komplexen Einblick in Peters Privatleben.

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    Dass PlayStation-Ports auf PC super funktionieren können, stellte PlayStation bereits mit "God of War" unter Beweis – und wiederholt das Kunststück nun ...
    Dass PlayStation-Ports auf PC super funktionieren können, stellte PlayStation bereits mit "God of War" unter Beweis – und wiederholt das Kunststück nun ...
    PlayStation

    Auch Tante May, J. Jonah Jameson, Miles Morales und Dutzende mehr haben große Rollen in der Handlung von "Spider-Man" bekommen – und in den meisten Fällen wird ihre Geschichte selbst Comic-Fans ebenso begeistern wie überraschen. Es ist eine neue Entstehungsgeschichte der Sinister Six, der Zusammenkunft sechs großer Feinde der Spinne. Wichtiger ist aber, dass Spider-Man eine großartige neue Story auch über den Privatmenschen Peter Parker erzählt. Garniert mit Witz, der bis auf wenige Ausnahmen nicht fehl am Platz wirkt. Witz gepaart mit Action, so lieben wir unseren Superhelden!

    Schön, aber mit Controller spielt es sich besser

    Doch wie sieht der Mix aus spannender Story, Schwingen durch die Häuserschluchten von New York und Kämpfen im Stil der "Batman: Arkham"-Teile nun auf dem PC aus? Vor allem die neue Technik der Remastered-Edition macht auch am PC einiges her, dazu zählen neben neuen Lichteffekten und Raytracing auch das noch flüssigere Gameplay, die weit höheren Frameraten, die blitzschnellen Ladezeiten, neue Gesichts- und Bewegungsanimationen und mehr Grafik-Einstellungen. Der Schock über Peter Parkers neues Gesicht währt indes nur kurz, schließlich tauschten die Macher seinen Look bereits auf der PS5 aus.

    Das flüssige und spaßgeladene Gameplay blieb dagegen erhalten und zeigt sich sogar noch eine Spur dynamischer. Wie auf der PlayStation gehen die Befehle auch am PC schnell ins Gamer-Blut über und erfordern nur das kürzere oder längere Drücken einer Taste, um auch komplexere Kombos zu starten oder sich von Gebäude zu Gebäude zu schwingen. Eins stellen wir aber schnell fest: Obwohl "Spidey" am PC sogar noch besser als auf der PlayStation 5 aussieht und sich auch mit Maus und Tastatur hervorragend lenkt, bevorzugen wir die Steuerung per Controller und das Haptik-Feedback des DualSense.

    Bei der Grafik darf so gut wie alles geregelt werden

    Obwohl das Spiel bereits vier Jahre alt ist, sieht es besser denn je und noch immer beeindruckend aus. Im Vergleich zum Konsolen-Remaster sieht der Spieler nun noch mehr detailreiche Spiegelungen in Wasserlacken und Fensterscheiben, darf sich über noch schönere Unschärfe-Effekte beim Herumspringen und Prügeln freuen und außerdem nun auch noch neu mit jeder Menge Einstellungsmöglichkeiten spielen. So gibt es Dutzende Grafikoptionen und die Möglichkeit, selbst kleinste Effekte an- oder abzudrehen beziehungsweise zu regeln, um die perfekte Einstellung für den Gaming-PC zu finden.

    Das Geniale dabei: Viele Optionen wie Raytracing liefern auch bei niedrigster Einstellung grandiose Effekte, hier haben die Macher wirklich die perfekte Balance zwischen Grafikqualität und Spielleistung gefunden. Und keine Sorge: Selbst auf alten PC-"Gurken", also nicht allzu starken Computern, sieht das Spiel selbst in den niedrigsten Grafik-Einstellungen noch immer recht herzeigbar aus. Mit den höchsten Einstellungen dagegen ist wohl ein mehrere Tausend Euro teurer Rechner Pflicht, dafür gibt es dann aber auch NVIDIA DLSS, NVIDIA DLAA, natives 4K oder aber auch bis 250 (!) fps freigeschaltete Bildraten.

    Unglaublich schön und auch unglaublich gut

    "Spider-Man" zeigt sich vier Jahre nach seinem originalen Erscheinen nun in der PC-Version schön wie nie. Einzig die Steuerung gefällt uns eine Spur besser in der Controller-Variante – was aber beim Port von Nixxes Studios kein Problem ist, denn auch der PS5-Controller namens DualSense wird am PC unterstützt. Auch Besitzer aller möglicher Monitore werden perfekt bedient, denn Gameplay sowie Videosequenzen wurden an Panoramaverhältnisse von bis zu 32:9 angepasst. Man wolle "Spielern, die viel in ihre Setups investieren", die bestmögliche Darstellung liefern, heißt es von den Nixxes Studios.

    Fraglich ist letztlich, ob Kenner der PS5-Version unbedingt auch den PC-Port spielen sollten, denn neben der neuen Technik ist inhaltlich nichts Neues dabei. Lohnen würde sich das zumindest bei Gamern, die die drei DLC-Pakete noch nicht kennen, denn alle drei Kapitel des Zusatzinhalts "Die Stadt, die niemals schläft", sind im Game inkludiert. Dafür ist der Preis mit 60 Euro auch recht fair ausgefallen. Eines ist dagegen glasklar: PC-Gamer, die bisher nicht in den Anzug der Spinne geschlüpft sind, müssen das jetzt tun, denn "Marvel's Spider-Man Remastered" ist auch auf dem PC ein absolutes Pflicht-Game.

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