Mit dem 2015 in Chile erlassenen Gesetz gegen Stadiongewalt sollen Hooligans abgeschreckt werden. Doch nun droht einem Fußballspieler eine Verurteilung: Sebastian Pol trat nach der Niederlage seines Audax Italiano gegen Deportive Universidad einem gegnerischen Fan ins Gesicht.
Der 28-jährige Argentinier rastete am Samstag bei der 1:4-Niederlage in der chilenischen Liga aus: Er kletterte nach Abpfiff auf eine Absperrung, holte mit dem rechten Fuß aus und trat einem Fan der Gegner ins Gesicht. Fernsehkameras filmten den Gewaltausbruch, den der Stürmer später als Versehen rechtfertigte: Er habe den Mann nicht treffen, sondern ihm nur einen Schrecken einjagen wollen.
Die Folgen des Ausrasters sind noch unklar. Bei einer Verurteilung nach dem Gesetz gegen Gewalt in Stadien könnte Pol bis zu zwei Jahre hinter Gitter kommen. Er wurde noch in der Umkleidekabine festgenommen. Auch die chilenische Liga ermittelt und hat den hitzigen Argentinier für die kommenden 20 Tage von allen Sportveranstaltungen ausgeschlossen. Eine längere Sperre steht im Raum.