Sport

Spiele der Wiener Gegensätze

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:08

Unterschiedlicher hätte die 4. Runde der Bundesliga für die beiden Wiener Vereine kaum verlaufen können, denn während sich Rapid Wien mit dem Auswärtssieg endgültig aus der vermeintlichen Krise schießen kann, müssen die Anhänger der Wiener Austria ausgerechnet zu Schneckerls Geburtstag einer bitteren Niederlage ihrer Mannschaft beiwohnen.

Ried-Trainer Paul Gludovatz stellte seine Mannschaft taktisch hervorragend ein und machte mit seinem 3-3-3-1 System von Beginn an die Räume eng, sodass die Wiener Austria nicht in das Spiel fand. Selbst Karl Daxbacher musste nach der unerwarteten Niederlage eingestehen, dass sein Trainerkollege alles richtig gemacht hat und verdientermaßen drei Punkte aus dem Horr-Stadion entführte.

Entscheidend war, dass die Heimmannschaft keine Vorteile aus dem überlegenen Ballbesitz ziehen konnte, wobei sicher auch die mangelnde Flexibilität eine Rolle gespielt hat, da zu viele Angriffe über die Mitte vorgetragen wurden, obwohl die Rieder das Zentrum gut zugemacht haben. Die Austria-Fans im Austrian Soccer Board sind nach der überraschenden Heimniederlage sehr enttäuscht, da ihr Verein schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr als Verlierer vom eigenen Platz ging. Deus Austria erwartet sich mehr von seiner Mannschaft: Nach den positiven Wochen und Monaten ist das ein herber Rückschlag, der extrem weh tut. Gegen Ried darf man zu Hause keine Punkte abgeben. Neunzig Minuten lang derart ideenlos zu agieren, ist einer Austria mit Meisteransprüchen nicht würdig.

Chris_ajh hofft, dass die Austria in den nächsten Spielen entschlossener Auftreten wird: Das war heute leider gar nichts. Man darf natürlich nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, der die Konstanz noch etwas fehlt. An sich kann nach 19 erfolgreichen Spielen so eine Niederlage durchaus passieren, aber leider ist die Niederlage heute nicht einfach passiert, sondern war absolut verdient. Jetzt wird enorm wichtig sein, dass in den nächsten Spielen sofort eine Reaktion der Mannschaft kommt.

Während die Austria-Fans die Schlappe verarbeiten müssen, haben die Anhänger der Hütteldorfer einen Grund zum Jubeln, denn nach dem souveränen Auswärtssieg gegen Sturm Graz kann auch der pessimistischste grün-weiße Fan nicht mehr von einer Krise sprechen.

Die Gastmannschaft nahm von Beginn an das Heft in die Hand, präsentierte sich spielerisch stark und stand auch in der Defensive gut organisiert, sodass Sturm Graz kaum zu Torchancen kam. Selbst nach dem überharten Ausschluss von Sonnleitner war Rapid Wien in Unterzahl die tonangebende Mannschaft und konnte durch Jelavic, der vielleicht sein letztes Spiel für die Hütteldorfer bestritt, sogar auf 2:0 erhöhen. Die Freude über den Sieg ist auch bei den Fans im Austrian Soccer Board groß. Stanley_Stiff ist mit seiner Mannschaft sehr zufrieden: Besonders in der ersten Halbzeit haben unsere Jungs einen sehr starken Eindruck hinterlassen, für ein Auswärtsspiel gibt es da kaum etwas zu bekritteln. Sturm Graz hatte aber auch zwei bis drei Totalausfälle in der eigenen Mannschaft, was uns die Aufgabe erheblich erleichterte. Besonders stark ist unsere Abschlussstatistik, denn wir brauchen insbesondere auswärts nur wenige Chancen um in Führung zu gehen.

Auch Rapid-Fan Krayon ist mit der Leistung seiner Mannschaft mehr als zufrieden: Wir waren spielfreudig, lauf- und zweikampfstark und haben den Grazern in jeder Hinsicht den Schneid abgekauft. Jeder einzelne Spieler wollte unbedingt die drei Punkte mitnehmen, wobei insbesondere bei unserem Finnen Heikkinen eine grandiose Leistungssteigerung festzustellen war. Auch unser Kapitän Steffen Hofmann zeigte sich wieder einmal von seiner besten Seite, war immer anspielbar und überall am Aushelfen. Der Kerl ist ein lebender Dynamo!

Stefan Karger

Danny Mandl und Stefan Karger sind die Macher von "austriansoccerboard.at" - dem größten österreichischen Fußball-Fanforum im Internet. Sie schreiben in einer Kolumne auf heute.at über die Themen, die heimische Fußball-Fans bewegen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen