Erste Verbote

Spionage auf Rädern? Polen greift bei China-Autos durch

In Polen warnt eine Datenanalystin vor chinesischen Autos, die strategisch wichtige Punkte ausspionieren könnten.
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28.01.2026, 21:59
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Smarte Autos sammeln Unmengen an Daten – und genau das bereitet Experten zunehmend Sorgen. Hochauflösende Kameras, Sensoren und Radarsysteme könnten laut Fachleuten für Spionage, Cyberangriffe oder sogar militärische Zwecke missbraucht werden. Wie die "Tagesschau.de" berichtet, reagiert Polen nun und will die Nutzung von Autos chinesischer Hersteller einschränken.

"Wir denken bei Autos noch immer nur an Fahrzeuge, die uns von A nach B bringen", sagt Paulina Uznańska, Analystin am Warschauer Zentrum für östliche Studien. In ihrem vielbeachteten Bericht "Smartphones auf Rädern" warnt sie davor, die technischen Fähigkeiten moderner Fahrzeuge zu unterschätzen.

Im Interview mit dem Radiosender TokFM betont sie: China sei weltweit führend bei intelligenten Autos, die umfassend Daten sammeln – im Fahrzeug selbst, aber auch in dessen Umgebung.

Sorge um sensible Daten

Diese Daten könnten im schlimmsten Fall für Spionage, Cyberattacken oder militärische Zwecke genutzt werden. Diese Einschätzung hat nun auch das polnische Verteidigungsministerium erreicht. Zwar gibt es noch keinen formellen Beschluss, doch bestätigte das Ministerium, dass chinesische Autos künftig nicht mehr auf Militärgelände fahren oder in der Nähe strategisch wichtiger Einrichtungen parken dürfen.

Zusätzlich soll es Militärangehörigen untersagt werden, ihre dienstlichen Smartphones mit Bordcomputern chinesischer Fahrzeuge zu verbinden.

"Wie ein Impfstoff"

Der Politologe und Asien-Experte Marcin Przychodniak spricht von einer Vorsichtsmaßnahme, die vergleichbar mit einem "Impfstoff gegen eine Krankheit, von der man nicht weiß, ob sie ausbricht – die aber durchaus wahrscheinlich ist".

Dabei waren die Risiken bislang kaum Thema. Im Gegenteil: Der Absatz chinesischer Neuwagen hat sich in Polen im vergangenen Jahr vervierfacht. Der Grund ist simpel, erklärt Kamil Makula vom Autoportal "superauto.pl": Chinesische Fahrzeuge seien 15 bis 20 Prozent günstiger als die Konkurrenz – und technisch hochmodern. "Die Polen sind Technikfreaks, sie mögen viele elektronische Features", sagt Makula.

Europa hinkt hinterher

Doch je mehr smarte Autos unterwegs sind, desto detaillierter werden auch die gesammelten Daten. Für ihren Bericht hat Uznańska daher untersucht, wie China selbst mit diesen Risiken umgeht – und kommt zu einem brisanten Ergebnis.

"China begegnet ausländischen Herstellern extrem vorsichtig", erklärt sie. Mit strengen Regeln, Lizenzverfahren und laufenden Anpassungen schütze sich das Land vor genau jenen Gefahren, vor denen Europa nun warnt. Laut ihr sollte sich Europa diese Regelungen genau ansehen. Zwar prüft die EU derzeit die Cybersicherheitsrisiken intelligenter Fahrzeuge, doch gegenüber China sei man klar im Rückstand.

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