Drei Tage lang hielt ein heftiger Wintersturm den Nordosten der USA rund um Großstädte wie Washington D.C., New York oder Philadelphia im Würgegriff. Das dafür verantwortliche Tiefdruckgebiet zog am Mittwoch über den Atlantik ab – und hinterließ eine Spur der Verwüstung und über 30 Tote.
Nach wie vor waren am Mittwoch über 400.000 Haushalte in einem Gebiet von Texas im Süden bis Neuengland im Nordosten ohne Strom. Mitverantwortlich sind dafür auch zahlreiche abgebrochene Äste, die bei teils extremen Minusgraden regelrecht "explodierten".
Zahlreiche Meldungen im Internet beschreiben laute "Knallgeräusche" von Bäumen, die daraufhin umknicken oder eine explosionsartige "Wunde" aufweisen. Was gemeinhin als "explodierende Bäume" bezeichnet wird nennen Experten "Frostrisse".
Bei einem plötzlich starken Temperaturabfall gefrieren die Säfte des Baumes. Sie dehnen sich dabei aus und setzen den Stamm unter enormen Druck, bis hin zum explosionsartigen Bruch. "Es ist ein extrem lauter Knall, ähnlich wie ein Gewehrschuss", erklärte der Experte John Seiler von der Virginia Tech University auf CNN.
Gefährlich ist das üblicherweise aber nicht. Es fliegen keine Holzsplitter durch die Gegend. Auch der Baum, der danach einen Riss oder abgefallene Äste aufweist, überlebt so eine "Explosion" meistens, zitiert die deutsche "Bild"-Zeitung Experten.
Die Geschichte von "explodierenden Bäumen" weckt Erinnerungen an eine Aussage aus Trumps erster Amtszeit im September 2020, als er über die seiner Ansicht nach mangelhafte Forstpflege in Kalifornien lästerte und dabei Österreich als positives Gegenbeispiel erwähnte.
Damals sagte der US-Präsident in einem Fox-Interview: "Wissen Sie, in Europa gibt es Waldstädte. Wenn man sich Länder wie Österreich ansieht, wenn man sich so viele Länder ansieht, die in Wäldern leben, die als Waldstädte bezeichnet werden, davon gibt es viele und, die haben solche Brände nicht."
Danach kam er, was damals für allgemeine Belustigung sorgte, auf "explodierende Bäume" zu sprechen. In den österreichischen "Waldstädten" gebe es "viel explosivere Bäume" als in Kalifornien.
Die damalige österreichische Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sah sich dadurch genötigt, den US-Präsidenten zu korrigieren: "Um es klarzustellen: Nein, wir haben in Österreich keine explodierenden Bäume". Es stimme zwar, dass "wir einen Weg gefunden haben, unseren Bäumen den nötigen Platz zu geben“. Aber das mache uns "nicht zu Waldmenschen".