Herbert Fischnaller aus Rif bei Hallein kann es nicht glauben: Am Vormittag des Silvestertags stürzte seine 89-jährige Mutter in der Erdgeschosswohnung, erzählt er der "Kronen Zeitung". Zum Glück sind 24-Stunden-Pflege, Sohn und Schwiegertochter rasch zur Stelle. Sie wissen: Erst im Vormonat hatte die Mutter einen Halswirbelbruch.
Diesen Befund gaben sie schließlich auch der Rettung mit, die die demente Dame ins Salzburger Unfallkrankenhaus führte. Doch schon eine Stunde später läutet das Telefon von Herbert Fischnaller, das Krankenhaus am anderen Ende der Leitung. Er erklärt, dass seine Mutter zu Hause von ihnen und einer Pflegerin betreut wird. Das Telefonat endet.
Wieder eine Stunde später stand dann plötzlich die Rettung mit der Mutter vor der Tür. "Wir waren ganz baff. Im Behandlungsnachweis stand, dass wir ihre Füße hochlagern und das Pflaster wechseln sollen. Die Mutter hatte unglaubliche Schmerzen, hat geschrien. Wir haben geglaubt, sie sei gut untersucht worden", schildert Schwiegertochter Barbara der "Krone".
Doch alles hilft nichts. Als das Halleiner Spital am 2. Jänner wieder Ambulanz hat, bringt die Familie die 89-Jährige unter Höllenqualen dorthin. Die behandelten Ärzte nehmen sich dort offenbar mehr Zeit: Schambein und Schlüsselbein sind gebrochen.
Bis heute liegt Frau Fischnaller in der Chirurgie, kann wegen ihres schlechten Zustands aber nicht operiert werden. "Sie hat am 4. Jänner ihren 90er im Spital gehabt. Aber es scheint, als ginge es jetzt dem Ende zu", seufzt Herbert. "Wir wollen das UKH nicht verklagen, wir wissen auch, dass die scheinbar schleißige Untersuchung nicht schuld am Zustand der Mutter ist. Aber ich habe 50 Jahre eingezahlt, da will man doch eine zuverlässige Untersuchung."
Die AUVA prüft den Fall jetzt intern. UKH-Vizedirektor Thomas Hasuner spricht der Familie das Bedauern aus, "dass Ihre Mutter am UKH Salzburg nicht ausreichend diagnostiziert und daher an einem anderen Krankenhaus aufgenommen wurde".