Sportstars im Sumpf des Verbrechens

Oscar Pistorius ist nicht der erste prominente Sportstar, der wegen eines schweren Verbrechens mit dem Gesetz in Konflikt kam. "Heute.at" hat die zehn spektakulärsten Fälle für Sie zusammengefasst.

   erschossen hat, ist nicht der erste prominente Sportstar, der wegen eines schweren Verbrechens mit dem Gesetz in Konflikt kam. "Heute.at" hat die zehn spektakulärsten Fälle für Sie zusammengefasst.

Matti Nykänen

Bis zum Rekord von Gregor Schlierenzauer war der Finne der Skispringer mit den meisten Weltcup-Siegen (46). Der fünffache Weltmeister und vierfache Olympiasieger kam mit dem Leben nach dem Sport allerdings nicht zurecht. Er versuchte sich als Sänger und Stripper, verfiel dem Alkohol. 2004 wurde er wegen versuchten Totschlags zu 26 Monaten Haft verurteilt. Er hatte im alkoholisierten Zustand einen Freund nach einem Streit beim Fingerhakeln niedergestochen.

Nach 13 Monaten wurde er auf Bewährung freigelassen, 103 Stunden später saß er aber schon wieder im Gefängnis. Im Vollrausch hatte er seiner Frau eine Kopfwunde zugefügt. Da diese aber von einer Anzeige absah, kam er frei. 2006 kam er aber wieder für vier Monate hinter schwedische Gardinen, nachdem er seine Frau misshandelt hatte und sie sich diesmal nicht gnädig zeigte. Noch nicht rechtskräftig ist eine Strafe zu 16 Monaten Haft, nachdem er 2009 seine Frau mit einem Messer attackierte.

Hans Orsolics

Einer der erfolgreichsten österreichischen Boxer (Europameister) führte außerhalb des Rings ein "potschertes Leben", das er später auch in einem Lied besang. Er schlitterte in die Alkoholsucht, falsche Freunde brachten ihn um sein Millionen-Vermögen, er lebte von Sozialhilfe und wurde beinahe obdachlos. Auch mit dem Gesetz kam der gebürtige Burgenländer in Konflikt. Wegen mehrerer Raufereien verbrachte er 846 Tage im Gefängnis.

Bertrand Gachot

Seine Verhaftung 1991 hatte große sportgeschichtliche Folgen. Der belgisch-französische Autorennfahrer wurde festgenommen, weil er einen Taxifahrer in Paris mit Reizgas attackierte. Dafür wurde Gachot, der einmal das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewinnen konnte, zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Weil er nach seiner Festnahme nicht am Formel-1-Rennen in Belgien teilnehmen konnte, kam ein anderer Fahrer zu seinem Debüt in der Königsklasse - Michael Schumacher wurde als Ersatz nachnominiert, der Rest ist Geschichte.

Auf Seite zwei finden Sie die Fälle von O.J. Simpson, Tonya Harding und Michael Vick...O.J. Simpson

1994 wurde der ehemalige Football-Spieler wegen Mordes an seiner Ex-Frau und deren Bekannten angeklagt. Simpson versuchte sich der Festnahme durch Flucht zu entziehen. Die Verfolgungsjagd wurde live im amerikanischen Fernsehen gezeigt. Im Mordprozess wurde er unter anderem deshalb freigesprochen, weil DNA-Analysen damals noch nicht als Beweismittel voll anerkannt wurden. Dabei hatte man auf seinen Socken Blutspuren seiner Ex-Frau gefunden. Im Zivilrechtsprozess wurde er hingegen zu einer Schadenersatzzahlung in der Höhe von 33,5 Millionen US-Dollar verurteilt.

Dass Simpson mittlerweile dennoch im Gefängnis sitzt, hat andere Gründe. Er überfiel mit Komplizen zwei Fan-Artikel-Sammler in Las Vegas. Wegen bewaffneten Raubes und Geiselnahme wurde er 2008 zu neun bis 33 Jahren verurteilt. Frühestens 2017 kann er wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden.

Tonya Harding

Die frühere Eiskunstläuferin schrieb mit dem Attentat auf Konkurrentin Nancy Kerrigan Geschichte. Sie ließ zu, dass ihr damaliger Ehemann einen Attentäter beauftragte, um ihre schärfste Rivalin ein paar Wochen vor den Olympischen Spielen außer Gefecht zu setzen. Der Mann attackierte Kerrigan mit einer Eisenstange und verletzte sie am Knie. Hardings Verbindung zum Attentat wurde schnell aufgedeckt. Mittels Gerichtsbeschluss konnte sie dennoch die Teilnahme an den Spielen durchsetzen, dort wurde sie aber nur Achte. Kerrigan erholte sich schneller als gedacht und errang 1994 Olympia-Silber.

Harding wurde nach den Spielen wegen Behinderung der Ermittlungen zu drei Jahren Gefängnis auf Bewährung 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit und eine Geldstrafe von 160.000 US-Dollar verurteilt. Außerdem wurde sie lebenslang für Eiskunstlaufbewerbe gesperrt.

Michael Vick

2007 wurden bei einer Hausdurchsuchung auf dem Anwesen des Footballspielers rund 60 Hunde gefunden. Diese wurden für illegale Hundekämpfe abgerichtet. Vick und seine Komplizen verkauften die Tiere teilweise auch über die Grenzen hinweg. Außerdem veranstaltete er Hundekämpfe auch auf seinem Grundstück. Er wurde zu 23 Monaten Haft verurteilt. Mittlerweile ist er wieder als Quarterback der Philadelphia Eagles tätig.

Auf Seite drei finden Sie die Fälle von Don King, Mike Danton und Mike Tyson und Jos Verstappen...Don King

Der berühmte Box-Manager (Ali, Tyson) und Promoter tötete 1954 einen Mann, der eines seiner Wettbüros ausrauben wollte. Wegen Notwehr wurde er damals freigesprochen. 13 Jahre später brachte er einen Mitarbeiter um, der ihm 600 US-Dollar schuldete. King prügelte den Mann mit dem Knauf seiner Pistole zu Tode. Wegen Mordes im Affekt wurde er daraufhin zu lebenslanger Haft verurteilt, später wurde das Urteil auf Totschlag und 15 Jahre Gefängnis reduziert. Allerdings kam King bereits nach knapp vier Jahren unter dubiosen Umständen wieder auf Bewährung frei.

Mike Danton

Der Eishockey-Profi, der in der vergangenen Saison bei EBEL-Klub Znojmo spielte, wurde 2004 wegen der Anstiftung zum Mord schuldig gesprochen. Er wollte einen Auftragskiller um 10.000 Dollar engagieren. Zwar kam der Mord nie zustande und bis heute ist unklar, wer das Opfer sein sollte, der Kanadier verbrachte nach einem Geständnis dennoch fünf Jahre hinter Gittern. 2009 wurde er auf Bewährung freigelassen. Es wird vermutet, dass er seinen früheren Manager (soll sich sich ihm homosexuell angenähert haben) oder seinen Vater (Schläger, Alkoholiker) umbringen lassen wollte.

Mike Tyson

Schon mit 13 Jahren hatte der Ex-Box-Weltmeister 38 Verhaftungen zu Buche stehen. 1992 wurde er zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er soll eine Kandidatin zur Miss Black America vergewaltigt haben. In dem Indizienprozess wurde letztendlich der Aussage der Frau mehr als jener des Boxers geglaubt. Wegen guter Führung wurde Tyson nach drei Jahren entlassen.

1999 musste ging es zurück ins Gefängnis. Er hatte zwei Männer nach einem Autounfall tätlich angegriffen. Dadurch kam seine Bewährungsstrafe wieder zum Tragen. Er verbüßte vier Monate hinter Gittern ehe er in einen Hausarrest entlassen wurde. 2007 wurde Tyson wegen Trunkenheit am Steuer und Drogenbesitzes (Kokain) erneut verurteilt. Die Strafe: Ein Tag Haft plus drei Jahre auf Bewährung. 2009 wurde er wieder festgenommen, als er einen Fotografen verprügelte, wurde aber auf Kaution freigelassen, weil er angab, in Notwehr gehandelt zu haben.

Jos Verstappen

Insgesamt 107 Starts in der Formel 1 hat der Niederländer in seiner Karriere absolviert. Im Privatleben sorgte er aber für einige Skandale. 1999 verursachte er absichtlich einen Verkehrsunfall, weil er sich über einen anderen Autofahrer ärgerte. Ein Jahr davor hatte er im Streit bei einem Kartrennen einem Mann einen Schädelbruch zugefügt. Eine Haftstrafe blieb Verstappen erspart, weil er sich mit dem Opfer außergerichtlich einigte. 2009 wurde "Jos the Boss" wegen Drohungen gegen seine Ex-Frau zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Und erst im vergangenen Jahr verbrachte der ehemalige Teamkollege von Michael Schumacher mehrere Tage in Untersuchungshaft. Ihm wurde vorgeworfen, seine damalige Freundin absichtlich mit dem Auto angefahren zu haben. Er wurde sogar wegen versuchten Totschlags angeklagt und befand sich mehrere Tage in Untersuchungshaft. Aus Mangel an Beweisen wurde dieses aber eingestellt.

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