Der schwedische Streaming-Gigant Spotify verzeichnet einen historischen Durchbruch. Per Ende Juni 2026 haben die angesammelten Nettogewinne des Unternehmens erstmals die Summe aller verbuchten Ausgaben der Firmengeschichte übertroffen. Die Bilanz zeigt akkumulierte Erträge von 421 Millionen Euro.
Die Nutzerzahlen sprechen für sich: 777 Millionen aktive Hörer weltweit, ein Plus von zwölf Prozent im Jahresvergleich. Davon nutzen 300 Millionen ein kostenpflichtiges Premium-Abo, während fast 500 Millionen den werbegestützten Gratis-Dienst verwenden.
Wie "heise online" berichtet, stieg der Quartalsumsatz um 14 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn kletterte um 61 Prozent auf 655 Millionen Euro. Nach Steuern blieben 545 Millionen Euro als Nettogewinn – im Vorjahresquartal gab es noch einen Verlust von 86 Millionen.
Spotify setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Nutzer können sich mittlerweile via KI-Playlists zusammenstellen oder ganze Podcasts generieren lassen. Diese neuen Dienste erzeugen allerdings Kosten bei jeder Nutzung, weshalb sie künftig kostenpflichtig werden dürften.
"Wir werden diese Dienstmerkmale und Inhalte bepreisen und optimieren", erklärte Co-CEO Alex Norstroem gegenüber Finanzanalysten.
In ausgewählten Entwicklungsländern will Spotify die Werbefrequenz erhöhen, um mehr Nutzer zum Abschluss eines Bezahlabos zu bewegen. Das Management nimmt dafür bewusst ein langsameres Wachstum der Nutzerzahlen in Kauf.
Für das laufende Quartal prognostiziert Spotify einen Umsatz von fünf Milliarden Euro und fünf Millionen neue zahlende Abonnenten. Die Börse reagierte jedoch zurückhaltend – die Aktie gab am Dienstag knapp 1,7 Prozent nach.