Spitze trotz Gegenwind

Stahl, Jobs, Milliarden – OÖ bleibt Österreichs Motor

Oberösterreich ist eine Wirtschaftslokomotive: Seine Unternehmen stehen für fast ein Viertel der gesamten österreichischen Industrieproduktion.
Oberösterreich Heute
30.09.2026, 05:00
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Stahl, Motoren, Flugzeugteile, Maschinenbau, Chemie: Kein Bundesland ist so stark von Industrie geprägt wie Oberösterreich. Die Konjunkturflaute der vergangenen Jahre hat das Land deshalb besonders getroffen. Doch Exportstärke, zahlreiche internationale Leitbetriebe, vergleichsweise geringe Arbeitslosigkeit und hohe Investitionen sorgen dafür, dass OÖ eine Wirtschaftslokomotive bleibt.

OÖ ist Industrie-Spitzenreiter

Mit rund 85,2 Mrd. Euro im Jahr 2025 erwirtschaftete OÖ 16,6 Prozent des gesamten österreichischen Bruttoinlandsprodukts. Damit liegt das Land auf Platz zwei hinter Wien im Bundesländervergleich. Noch deutlicher ist das Bild bei der Industrie. Oberösterreichs Betriebe stehen für fast ein Viertel der gesamten österreichischen Industrieproduktion.

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Das heißt: OÖ ist hierzulande Industrie-Spitzenreiter – mit Leitbetrieben wie voestalpine (Linz), Amag (Ranshofen), BMW Steyr, Miba (Laakirchen), Rosenbauer (Leonding), Lenzing, Fronius (Wels), FACC (Ried im Innkreis). Besonders deutlich wird das Gewicht des Landes im Außenhandel. 2025 exportierten Unternehmen Waren im Wert von 47,27 Mrd. Euro.

Trotz eines Rückgangs um 2,1 Prozent blieb OÖ damit mit Abstand das Export-Bundesland Nummer eins: Ein Viertel aller österreichischen Warenexporte kamen aus Oberösterreich. Auch der Arbeitsmarkt ist in OÖ vergleichsweise robust. Heuer im August waren rund 696.000 Menschen unselbständig beschäftigt, um 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Solider Landeshaushalt

Die Arbeitslosenquote lag bei 5,3 % – nach Tirol und Salzburg der drittniedrigste Wert aller Bundesländer und deutlich unter dem Österreich-Schnitt von 7,2 %. Nach konjunkturbedingt schwierigen Jahren gibt es heuer zudem erstmals wieder Aussicht auf Wachstum. Die jüngste Bundesländeranalyse der Bank Austria vom Juni dieses Jahres erwartet für Oberösterreich im Jahr 2026 ein reales Plus von 0,9 Prozent

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Oberösterreich steht bei den Schulden auf der Bremse. Dank eines soliden Finanzhaushalts kann das Land bei Investitionen in Wirtschaftsstandort und Infrastruktur jetzt richtig Tempo machen.

In Zeiten maroder öffentlicher Finanzen sticht Oberösterreich mit einem durchaus soliden Landeshaushalt heraus. So weist OÖ mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3.336 Euro den zweitniedrigsten Schuldenwert aller Bundesländer aus. Nur Tirol ist mit 3.285 Euro knapp besser.

"Vernünftig mit Steuergeld umgehen"

"Schlusslicht bei den Schulden, Spitzenreiter beim Wirtschaften", lautet das Motto von Landeshauptmann und Finanzreferent Thomas Stelzer (ÖVP). Oberösterreich sei das einzige Bundesland, das die Maastricht-Schuldenkriterien der EU einhält – "weil wir ein starker Standort sind und immer vernünftig mit dem Steuergeld der Landsleute umgehen", so Stelzer. Er verweist darauf, dass OÖ als erstes und bisher einziges Bundesland im Jahr 2018 per Gesetz eine Schuldenbremse eingeführt und inzwischen zu einem Schuldendeckel weiterentwickelt hat.

"Wer rechtzeitig auf solide Finanzen achtet, muss später nicht mit Sparprogrammen gegensteuern", sagt Stelzer. "Statt zusätzliche Schulden und Zinsen zu finanzieren, können wir in Arbeitsplätze, Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts investieren."

Millionenschweres Investitionspaket

Die wirtschaftliche Erholung treibt OÖ heuer mit einem großen Investitionspaket in Höhe von 794 Mio. Euro an. Das Geld fließt u.a. in Infrastruktur, Gesundheit, Kinderbetreuung, Forschung und den Wirtschaftsstandort. Eine zentrale Rolle spielt die Wirtschafts- und Forschungsstrategie "upperVISION2030". Seit dem Start im Jahr 2020 flossen dafür bereits 869,2 Mio. Euro an Landesförderungen – mit denen ein Projektvolumen von knapp 5 Mrd. Euro ausgelöst wurde. Ein großer Schwerpunkt liegt hier auf der digitalen Transformation.

Zusätzliche Impulse setzt das Innovationsprogramm "Impuls26" mit einem Volumen von insgesamt 100 Mio. Euro. "Ziel ist, den zarten Aufschwung mit Landesinvestitionen zu unterstützen", erklärt Wirtschafts- und Forschungslandesrat Markus Achleitner (ÖVP). Auch die Beteiligungen des Landes OÖ investieren kräftig – insgesamt rund 900 Millionen Euro sind 2026 geplant. Die größten Investitionen sind die Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Ebensee sowie der Neubau des Kraftwerks Traunfall durch die Energie AG.

red,30.09.2026, 05:00