Standing Ovations für Anschober bei Grünen-Kongress

Der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober beim Bundeskongress der Grünen in Linz.
Der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober beim Bundeskongress der Grünen in Linz.FOTOKERSCHI.AT / APA / picturedesk.com
Blumen und Standing Ovations für Rudi Anschober, lauter Applaus für Wolfgang Mückstein und Verwirrung um eine Mediensperre – der Grüne-Bundeskongress.

Zwar standen andere im Mittelpunkt, für den emotionalsten Moment des Bundeskongresses der Grünen in Linz sorgte allerdings der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Der aus Gesundheitsgründen zurückgetretene Politiker wurde mit tosemdem Applaus und Standing Ovations auf der Bühne empfangen und um sein politisches Comeback gebeten: "Du bist ein unverzichtbarer Bestandteil der Grünen", hieß es von der Partei.

Etwas weniger, aber immer noch lauten Applaus erntete der neue Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, der ebenso wie Kunst-und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer einstimmig ins Regierungsteam der Grünen aufgenommen wurden. Arbeit gab es zuvor für Vizekanzler und Grünen-Chef Werner Kogler, der seine Parteibasis von der Regierungsbeteiligung trotz Vorwürfen gegen die ÖVP verteidigen musste. Sein Fazit: "Besser die Richtigen regieren als die Falschen."

Wirbel um Medienausschluss

Die Grünen würden für Klimaschutz, Ökologisierung und Rechtsstaatlichkeit sorgen, so der Vizekanzler, dazu brauche es auch "Mut, Entschlossenheit, Zusammenhalt und Zuversicht". Lacher erntete Kogler, als der grüne Parteichef die Ex-Vizebürgermeisterin von Wien, Maria Vassilakou, zitierte: "Regieren ist nichts für Lulus." Die Grünen hätten in der Regierung bewiesen, dass man Herausforderungen wie die Pandemie "gut bis sehr gut" meistern könne.

Für Wirbel am Bundeskongress sorgte, dass offenbar geplant war, Medien am Nachmittag vom Kongress auszuschließen. Pikant, denn da erfolgt die Generaldebatte über den Leitantrag und die Abstimmung über die künftige Urwahl des Bundessprechers, wo viel Angriff auf und Kritik an die Parteispitze erwartet wird. Nach einem Journalisten-Protest wurde die Entscheidung schließlich zurückgenommen. Und brachte dann gleich eine brisante Entscheidung: Der Plan, dass der Bundessprecher künftig von allen Parteimitgliedern in einer Urwahl gewählt und mehr Rechte bekommen sollte, wurde abgeschmettert. Zu wenige Grüne hatten für das Vorhaben gestimmt.

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