"Sie Schwein": ÖVP trotz Wut-Brief im Plus

Mit seinem Wutbrief an Franz Schneider (72) lieferte ÖVP-Bürgermeister Stefan Bubich knapp vor der Wahl einen handfesten Eklat. Trotzdem hielten die Osliper der ÖVP die Treue.
Knapp vor der Landtagswahl im Burgenland sorgte der Bürgermeister von Oslip und Gemeindebund-Geschäftsführer Stefan Bubich (ÖVP) für Aufregung. In einem "Heute" zugespielten E-Mail verstieg er sich zu Verbal-Injurien der übelsten Sorte: Er bezeichnete einen ehemaligen SP-Vizebürgermeister als "Arschloch" und stellte die Möglichkeit eines baldigen Todes in Aussicht. Am Ende des Wut-Pamphlets fiel der Ton endgültig auf ein Niveau, das Politikern unwürdig ist: "Abschließend möchte ich festhalten: Sie waren, Sie sind und Sie bleiben ein Schwein!"

Nun ist die Wahl geschlagen. Obwohl auch in Oslip Hans Peter Doskozils Sozialdemokraten massive Zugewinne (+6,57 Prozentpunkte) verzeichneten, ließ das Skandalschreiben von Bürgermeister Bubich die ÖVP-Wählerschaft unbeeindruckt. Vielmehr wurde dieser unrühmliche Umgangston mit einem Bürger auch noch mit einem leichten Plus (+0,47) belohnt. Die Volkspartei erreichte am Sonntag 36,24 Prozent der Stimmen.

Burgenland-Wahl: Das Ergebnis der Gemeinde Oslip

Die große Verliererin in Oslip war – wie seit Straches unrühmlichem Abgang fast überall in Österreich – die FPÖ. Die Freiheitlichen verloren 3,18 Prozentpunkte und erreichten nur noch 5,16 Prozent. Auch die Grünen verloren einige wenige Wählerstimmen (8,37 %, -0,77). Ebenfalls abgestürzt (-2,28) ist bei der gestrigen Wahl die Liste Burgenland. Die LBL kommt in Oslip nur mehr auf 1,15 Prozent. Schlusslicht in der knapp 1.300-Seelen-Gemeinde sind die NEOS mit 0,92 Prozent (-0,34).

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Und wie geht es in der "Sie Schwein"-Causa weiter?

"Heute" sprach am Samstagmittag mit dem 72-jährigen Franz Schneider, Empfänger der Hass-Nachricht. "Ich empfinde die Wortwahl eines Bürgermeisters unwürdig. Das ist absolut skandalös.", so der ehemalige SP-Vizebürgermeister, der seit 1997 aber kein Amt mehr innehat.



Gleichwohl will auch der gescholtene Ortschef und Landesgeschäftsführer des burgenländischen Gemeindebundes die Sache nicht auf sich sitzen lassen: "Derzeit wird eine Klage von meiner Seite gegen Herrn Ing. Schneider geprüft", so Bubich gegenüber "Heute.at".

Der Wutbrief dürfte auch parteiintern für Furore gesorgt haben. Jetzt hat nämlich auch der VP-Burgenland-Chef und Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner angekündigt, sich in dieser Woche der Causa um den schimpfenden Osliper Bürgermeister annehmen zu wollen.



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