Die Saison ist kaum gestartet, da kündigt sich schon das Ende des Experiments an! Nach dem Desaster im Bundesliga-Auftakt ist der Videobeweis angezählt.
Hat der Videobeweis in der deutschen Bundesliga eine Zukunft? Schon in der Auftaktrunde kam es zu massiven technischen Problemen, deswegen überlegt Projektleiter Hellmut Krug einen Abbruch der Testphase. "Wir können nicht Wochen und Wochen so weitermachen. Vor allem für Schiedsrichter ist das unzumutbar. Wenn es weiterhin so läuft, müssen wir uns etwas anderes überlegen.", erklärt er auf "Sky".
Kabel defekt?
Als Ursache werden überlastete Glasfaser-Kabel vermutet. "Daran müssen wir in den nächsten Tagen mit Hochdruck arbeiten", kündigt Krug an. Für diese Woche ist ein Krisentreffen mit der Anbieterfirma "Hawkeye" angesetzt. Was sind die Optionen, wenn es zu keiner Besserung der Situation kommt? "Man müsste zurückgehen zur alten Form ohne Videoassistenten oder eine Van-Lösung wie in Italien ausprobieren", meint Krug.
Das sagen die Bosse
Rückendeckung für den Video-Beweis gibt es von DFB-Präsident Reinhard Grindel. "Das System ist äußert nützlich, die technischen Pannen aber sehr bedauerlich. Dafür kann die Liga nichts, dafür können auch die Schiedsrichter nichts. Aber dort, wo er funktionierte, wurden klare Entscheidungen getroffen. Wenn sich die Technik eingespielt hat, bringt das mehr Gerechtigkeit in den Fußball. Es ist auch ein Beitrag, die Schiedsrichter zu entlasten." Liga-Präsident Reinhard Rauball setzt auf Zeit: "Es ist der Versuch, mehr Gerechtigkeit in die Bundesliga zu bringen. Das ist jetzt eine Phase der Erprobung, und es passieren Dinge, die so nicht vorgesehen sind." (gr)