Das Leben ist keine Generalprobe, sagt Gabi Steindl. Die athletische Blondine sitzt im Café Blaustern in Wien-Döbling, lacht und erzählt: Ich wollte schon als kleines Kind auf Wasserbergen reiten.Alles, was du im Leben willst, kriegst du auch.
Heute reitet Kite-Gabi auf Monster-Wellen - als einzige Frau weltweit. Bis zu zwölf Meter sind die Brecher hoch. Ich spiele mit dem Ozean, erklärt sie. Es geht dabei um Hundertstelsekunden. Jeder kleine Fehler kann tödlich sein. Überlebe ich den Tanz auf den Ungetümern, fühle ich mich wie neugeboren.
Gabi Steindl war nicht immer die Surf-Queen. Sie wuchs in einer konservativen Familie in Wien-Döbling auf. Mit 25 Jahren ist sie Top-Managerin, sitzt in einem Wolkenkratzer aus Glas in Hongkong. Ich hatte Puls 180, 24 Stunden am Tag. Sie kündigt, lernt kiten.
Der Anfang einer Liebe.
Zwei Jahre später gewinnt sie Weltcup-Bewerbe. Heute pfeift Gabi auf Wettkämpfe. Sie macht an den schönsten Orten der Welt Shootings. Ein Job, der ihr nicht immer Spaß machte. Ich hatte Existenzängste, war einsam und unglücklich in meinem Traumleben, gibt sie zu. Ein Zurück in ein normales Leben wird es für mich dennoch nicht geben.
Auch wenn sie, wie unlängst, nach einem Sturz vor der Küste Westaustraliens blutend an einer Meute weißer Haie vorbeitreibt. Du darfst keine Angst haben. Das würden die Fische doch sofort merken, lächelt sie.
Bleibt noch eine letzte Frage: Was ist das schönste Plätzchen der Erde? Der Strand Morne auf Mauritius.