Vorwurf der Kindesentführung

Steirer Flüchtlingshelfer droht Haftstrafe in Ukraine

Ein steirischer Flüchtlingshelfer darf die Ukraine nicht verlassen. Nach einer umstrittenen Aktion drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.
Christoph Weichsler
20.04.2026, 14:27
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Er wollte helfen – jetzt steckt er selbst in einem Justizdrama fest. Ein österreichischer Flüchtlingshelfer sitzt seit Monaten in der Ukraine fest und darf das Land nicht verlassen. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft – berichtet die APA.

Der Steirer war Anfang des Jahres in die Ukraine gereist, um einer Bekannten zu helfen. Die Frau lebt in Österreich und kämpft um ihre Tochter. Laut einem Gericht hatte sie das Sorgerecht zugesprochen bekommen. Doch bei einem Besuch brachte der Vater das Kind in die Ukraine – und gab es nicht mehr zurück.

Aktion endet mit Festnahme

Gemeinsam mit der Mutter gelang es dem Österreicher, das Kind ausfindig zu machen. Sie nahmen es mit dem Auto mit – doch nur rund 40 Minuten später wurde der Mann von der Polizei festgenommen.

Die ukrainischen Behörden werten die Aktion als versuchte Kindesentführung. Das Kind wurde wieder dem Vater übergeben. Der Österreicher kam zwar wieder frei, darf die Region Lwiw aber nicht verlassen und muss sich vor Gericht verantworten – so die APA.

Kritik an Österreich

Der Mann selbst fühlt sich im Stich gelassen. Die Unterstützung aus Österreich sei lange kaum spürbar gewesen, kritisiert er. Laut APA schlagen auch seine Unterstützer Alarm und zweifeln daran, dass ein faires Verfahren gewährleistet ist.

Langes Verfahren droht

Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Prozess. Selbst im Fall eines Freispruchs könnte sich das Verfahren noch lange hinziehen. Dem Österreicher droht ein monatelanger Rechtsstreit - mit ungewissem Ausgang.

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