Gesundheitssystem kracht

Steirische Ärzte warnen: Ambulanzen am Anschlag

Die steirische Ärzteschaft fordert eine Reform, die Ordinationen stärkt und Spitäler endlich spürbar entlastet – und sie will eingebunden werden.
Newsdesk Heute
06.07.2026, 09:00
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In der Steiermark wird der Ruf nach einer Gesundheitsreform lauter. Die Landesärztekammer appelliert dabei an die Politik, Ärzte in Ordinationen, Ambulanzen und Spitälern in die Entwicklung neuer Pläne einzubinden. Die Ärztekammer fordert deshalb eine verbindliche Einbindung in alle weiteren Reformschritte.

"Die Steiermark braucht einen starken, regional passenden Mix", wird Prof. Dr. Dietmar Bayer, Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, durch "5min" zitiert. Einzelordinationen, Gruppenpraxen, neue Kooperationsformen und Primärversorgungseinheiten dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. "Maßgeblich ist, was vor Ort funktioniert und die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessert."

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Einzelordination als Grundstein

Besonders wichtig sei die Versorgung in der Nähe des Wohnorts. "Die Einzelordination ist kein Auslaufmodell, sondern der Grundbaustein der wohnortnahen Versorgung", betont Bayer. Wer die freiberuflich niedergelassene Medizin schwäche, verlängere Wege, überlaste Ambulanzen und gefährde die Beziehung zwischen Arzt und Patient.

Auch die geplante Flexibilisierung der Kassenverträge sieht Bayer als wichtigen Schritt. Sie müsse aber so umgesetzt werden, dass Ärzte tatsächlich mehr Gestaltungsspielraum bekommen. "Wir brauchen mehr Versorgung, nicht mehr Schlagworte", stellt er klar.

Auch in den Spitälern brauche es rasch spürbare Verbesserungen. "Unsere Ambulanzen sind am Anschlag", sagt Dr. Gerhard Posch, Vizepräsident und Kurienobmann der angestellten Ärzte. "Wenn Reformen wirksam sein sollen, müssen sie auch zu einer echten Entlastung in den Spitälern führen."

"Bereit, Reformen mitzutragen"

Nötig seien laut Posch eine stärkere Versorgung außerhalb des Spitals, eine bessere Steuerung der Patienten und weniger vermeidbare Belastung in den Ambulanzen. "Sonst bleibt der Druck weiter beim Personal hängen."

Die Ärztekammer Steiermark fordert damit klare Schritte und bietet ihre Hilfe an: "Die Ärzteschaft ist bereit, Reformen konstruktiv mitzutragen. Aber sie muss Teil der Lösung sein und nicht erst dann gefragt werden, wenn die Umsetzung bereits feststeht."

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