Die Ära zwei von Marcel Koller als Österreichs Fußball-Teamchef startet am Dienstagabend (Live ab 20.15 Uhr im Heute.at-Ticker). 20 Tage nach seiner Vertragsverlängerung trifft die ÖFB-Auswahl im nicht einmal halbvollen Wiener Ernst-Happel-Stadion auf die USA. Der 53-jährige Schweizer will in seinem 19. Match als ÖFB-Chefcoach einen erfolgreichen Spagat zwischen Testmatch und Ernstfall hinlegen.
trifft die ÖFB-Auswahl im nicht einmal halbvollen Wiener Ernst-Happel-Stadion auf die USA. Der 53-jährige Schweizer will in seinem 19. Match als ÖFB-Chefcoach einen erfolgreichen Spagat zwischen Testmatch und Ernstfall hinlegen.
Koller möchte das Jahr mit einem positiven Ergebnis abschließen und deshalb die stärkste Truppe auf den Rasen schicken. Andererseits weiß Koller aber auch, dass die Möglichkeiten, etwas zu testen und auszuprobieren, rar sind. "In der Quali ist alles ein bisschen hektischer und angespannter. Rund um Freundschaftsspiele ist es einfacher, etwas auszuprobieren", meinte Koller, der hinzufügte: "Wir wollen nicht allzu viel durchmischen, um eine gewisse Stabilität reinzubringen."
Hinteregger und Hinterseer vor Debüt
Durch die , der höchstwahrscheinlich kein Thema ist, sind die Chancen auf zwei A-Team-Debüts ohnehin rasant gestiegen. In der Innenverteidigung könnte Martin Hinteregger gemeinsam mit Aleksandar Dragovic zum Zug kommen, im Mittelfeld hat Lukas Hinterseer gute Karten. "Sie sind beide auf einem guten Weg", meinte Koller, der sich zu Aufstellungsfragen traditionell sehr ungern äußert.
Bei weitem nicht ausverkauft
Bis Montagmittag waren nur 16.000 Tickets verkauft, der ÖFB rechnet mit nicht mehr als 20.000 Zuschauern. Der Traum von einem vollen Haus zum Jahresabschluss ist also klar geplatzt. "Das soll uns aber nicht davon abhalten, eine gute Leistung abzurufen", meinte Koller. "Wir wollen die Fans so stark auf unsere Seite bringen, dass sie unabhängig vom Gegner ins Stadion kommen. Und zwar, weil sie uns sehen wollen und Spaß an dieser Mannschaft haben. So weit sind wir anscheinend noch nicht."
Herzog und Klinsi in Wien
Die USA - - sind als 13. der FIFA-Weltrangliste deutlich über Österreich (53.) zu stellen und daher auch für Koller Favorit. "Wenn man die Weltrangliste hernimmt, dann ist da ein ganz klarer Unterschied. Aber mit Leidenschaft, Spielwitz, Selbstvertrauen und Ruhe am Ball können wir ihnen wehtun." Die Serie an schwachen Ergebnissen in Testspielen - die jüngsten drei wurden gegen die Elfenbeinküste (0:3), Wales (1:2) und Griechenland (0:2) verloren - wollte Koller vor dem USA-Match schon ein wenig relativieren.
"Wir suchen uns die Testspielgegner so aus, dass sie meistens besser sind, in der Weltrangliste sogar Top 30. Das machen wir bewusst, damit wir an die Grenzen gehen müssen und uns so steigern können", stellte Koller klar. Dem Teamchef ist aber bewusst, dass Österreich in Zukunft auch in den Tests überzeugen muss, um in der Weltrangliste nach oben zu klettern.
"Das ist kein Freundschaftsspiel"
"Das ist kein Freundschaftsspiel, sondern vielmehr ein Testmatch", erklärte Kapitän Christian Fuchs. "Mit dem Trainingslager in Spanien ist für jeden einzelnen und für ganz Fußball-Österreich der Startschuss für die EM-Qualifikation erfolgt", meinte Fuchs, der es am Dienstag u.a. auch mit Jermaine Jones und somit mit einem Schalke-Teamkollegen zu tun bekommen wird.
"Die USA haben sich für die WM qualifiziert und sind dementsprechend ein sehr guter Gegner. Das ist eine Mannschaft, die über die Kampfkraft kommt, aber auch spielerische Qualitäten hat", sagte der Niederösterreicher. Die Ära eins von Teamchef Marcel Koller ist analysiert und aufgearbeitet. Eine der Lehren aus den Analysen lautete gemäß Fuchs: "Wir haben anhand von Zahlen und Fakten deutlich gesehen, dass wir in den Quali-Spielen im Schnitt viel stärker als in den Testpartien waren. Das liegt in unserer Hand, da ist jeder Spieler gefordert."
Alaba: "USA hat tolles Trainerteam"
Martin Harnik freute sich auf "ein sehr schönes Duell gegen einen sehr starken Gegner". Für den Offensivspieler des VfB Stuttgart hatte bereits das abschließende WM-Quali-Match auf den Färöer so etwas wie Testspielcharakter, "und dieses Spiel sind wir ja sehr gut angegangen". "So wollen wir es auch gegen die USA machen. Wir wollen das Jahr gut abschließen", erklärte Harnik.
Bayern-München-Superstar Alaba strich die Entwicklung der USA in den vergangenen Jahren und die gute Arbeit von Jürgen Klinsmann und Österreichs Rekordkicker Andreas Herzog hervor: "Die USA haben viele Schritte nach vorne gemacht. Sie sind bei der WM dabei und ein guter Testgegner für uns. Und sie haben vor allem ein ausgezeichnetes Trainerteam."