Fans müssen stark sein

"Sternderlzeit": Marco Pogo singt jetzt Schlager

Zwischen Schmäh, Selbstironie und überraschend nachdenklichen Tönen zeigt Marco Pogo, dass hinter der Punk-Attitüde mehr steckt, als man erwartet.
Romina Colerus
22.04.2026, 12:33
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Marco Pogo (bürgerlich Dominik Wlazny, 39) ist zurück auf der musikalischen Bühne. Gemeinsam mit seiner Band Turbobier bringt er am 1. Mai, passenderweise am Tag der Arbeit, ein neues Album raus. Der Titel? Direkt, ehrlich und typisch Turbobier: "Das Leben is ein Oaschloch", das fünfte Studioalbum.

Dass dieser Name hängen bleibt, ist kein Zufall. Im Gespräch wirkt Pogo reflektiert und erstaunlich philosophisch. Das Leben könne "immer wieder ein Arschloch sein", sagt er sinngemäß. Mal nur ein kleines, mal ein größeres. Rückschläge gehören eben dazu. Trotzdem sei es entscheidend, den Blick nach vorne zu richten und sich die eigene Positivität nicht nehmen zu lassen.

"Das Leben kann immer ein Arschloch sein", sagt Wlazny offen. Mal nur ein kleines, mal ein größeres – Rückschläge gehören für ihn einfach dazu. Entscheidend sei aber, sich davon nicht unterkriegen zu lassen: "Man darf sich seine Positivität nicht nehmen lassen."

„Wenn ich im Studio bin und neue Songs mache, das macht mich wirklich glücklich“
Marco PogoTurbobier-Frontman

Der Musiker wird dabei ungewohnt persönlich. Gerade der Verlust von geliebten Menschen sei es, der ihm immer wieder bewusst mache, wie schnell alles vorbei sein kann. "Das Leben kann kurz sein – aber man sollte trotzdem jeden Tag genießen", so seine klare Botschaft.

Musik als Lebensaufgabe

Was Wlazny wirklich glücklich macht? Die Antwort kommt ohne Zögern. Musik. "Wenn ich im Studio bin und neue Songs mache, das macht mich wirklich glücklich." Der Prozess sei lang, die Arbeit intensiv. Umso größer die Freude, wenn die Songs endlich veröffentlicht werden.

Wenig überraschend ist "Das Leben is ein Oaschloch" auch sein persönlicher Favorit am Album. "Ich stehe einfach hinter der Aussage", sagt er trocken. Der Song gehe nach vorne und er ist überzeugt: Die Fans werden ihn schnell mitsingen.

Für Gesprächsstoff sorgt aber vor allem ein anderer Track: "Sternderlzeit", ein waschechter Turbobier-Schlager. Ja, richtig gelesen. "Auch eine Band wie Turbobier muss sich irgendwann weiterentwickeln", meint Pogo augenzwinkernd, nur um gleich nachzuschieben: "Eigentlich ist es eher eine Rückentwicklung." Spaß müsse eben sein, und genau darum gehe es. Gleichzeitig reizt ihn das Spiel mit Erwartungen. "Ich mag das Risiko, wenn irgendwo mal was ausbricht."

Live soll der Song übrigens zum großen Finale werden. "Das wird die letzte Zugabe", verrät er  und ist sich sicher. "Das wird ein ziemlicher Abriss."

Kontraste gehören für ihn dazu

Überhaupt liebt der Wiener Kontraste. Ob Auftritte auf Skihütten, mit Lederjacke zwischen Moonboots oder Fans aus dem Ruhrgebiet, die extra nach Wien pilgern, um vor dem Turbobier-Büro zu sitzen und Bier zu trinken – genau diese Gegensätze machen für ihn den Reiz aus.

Eine besonders absurde Szene bleibt ihm im Kopf. Zwei Fans aus Deutschland, die einfach vor dem verschlossenen Tor in Simmering campierten, Musik hörten und auf gut Glück vorbeischauten. Als Pogo dann tatsächlich auftauchte, war die Überraschung perfekt – und ein Turbobier gab’s obendrauf.

Album-Release mit Schiff und Tourstart

Zum Album-Release hat sich die Band ebenfalls etwas einfallen lassen. Am 1. Mai geht’s auf den Donaukanal – mit einem "Traumschiff Turbobier". In kleiner Runde wird auf einem Boot musiziert, inklusive DJ-Set von Wlaznys Alter Ego "DJ Herbert". Ein ungewöhnlicher Start für ein Album, das ohnehin von Gegensätzen lebt.

Kurz danach folgt die Tour. Ab 7. Mai geht’s zunächst durch Deutschland, Holland und die Schweiz, bevor im Dezember Österreich dran ist.

Eines ist jedenfalls sicher: Die "Backstreet Boys aus Simmering", wie Wlazny augenzwinkernd sagt, sind zurück – laut, ehrlich und mit einer klaren Botschaft: Das Leben spielt nicht immer fair. Aber genau deshalb sollte man es umso mehr feiern.

{title && {title} } cor, {title && {title} } 22.04.2026, 12:33
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