Niederösterreich

Stift Klosterneuburg wählt neuen Probst

Das Stift Klosterneuburg wählt einen neuen Propst, womit eine längere Zeit des Übergangs zu Ende gehen wird.
Erich Wessely
03.08.2023, 12:07
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Die Wahl findet am 14. August statt, verwies Kathpress am Donnerstag auf einen Eintrag der Stiftspfarre Klosterneuburg auf Facebook. Zwei Tage später soll eine Pressekonferenz stattfinden. Teilnehmen werden neben dem dann neuen Propst auch der Päpstliche Delegat Bischof Josef Clemens und der bisherige Administrator des Stifts, Prälat Maximilian Fürnsinn.

Das Kloster vor den Toren Wiens hat turbulente Zeiten hinter sich. Fürnsinn ist seit Sommer 2021 Administrator. Der deutsche Kurienbischof Josef Clemens wurde im November 2020 als Delegat zum interimistischen Leiter von Stift Klosterneuburg ernannt, nachdem Propst Bernhard Backovsky im Mai desselben Jahres aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

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Missbrauchsvorwürfe

Die Beauftragung Clemens', eines früheren engen Mitarbeiters von Kardinal Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., erfolgte nach einer Apostolischen Visitation des Stifts im Sommer 2020, bei der es unter anderem um Missbrauchsvorwürfe gegangen war. Im entsprechenden Dekret der zuständigen Kongregation wurde die Einsetzung des Delegaten mit der Feststellung begründet, dass Backovsky die Situation rund um den von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern des Stiftes begangenen Missbrauch nicht angemessen gehandhabt habe.

Ermahnung für Probst Backovsky

Anfang März 2022 wurde bekannt gegeben, dass die kirchenrechtliche Untersuchung zu Vorfällen bzw. dem Umgang mit sexuellem Missbrauch im Stift Klosterneuburg abgeschlossen sei. Der abschließende Bericht enthielt die Feststellung von Versäumnissen der früheren Stiftsleitung im Blick auf die Unterbindung bzw. Aufarbeitung von Missbrauchsfällen sowie sexuellen Fehlverhaltens von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern des Stiftes. Daher sei dem emeritierten Propst Backovsky eine kirchenrechtliche Monitio (Ermahnung) erteilt worden.

Prälat Fürnsinn hatte in den vergangenen zwei Jahren immer wieder den notwendigen Vergemeinschaftungsprozess im Stift betont. Das Gemeinsame müsse über dem Eigenen stehen. In der Vergangenheit seien dagegen oft Einzelinteressen im Vordergrund gestanden. Ziel müsse es sein, dass die Kommunität so weit geeint sei, dass sie aus ihrer Mitte einen neuen Propst wählen kann und man gemeinsam in die Zukunft geht.