Während Österreich bei der WM in Nordamerika für Schlagzeilen sorgt, lebt auch eine alte Diskussion wieder auf: Braucht das ÖFB-Team endlich ein modernes Nationalstadion? Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) zeigte sich beim Besuch in Dallas jedenfalls offen für entsprechende Pläne – und überraschend zuversichtlich.
"Wir sehen natürlich das Bedürfnis, eine Spielstätte zu haben, die den modernen Anforderungen entspricht. Wir verschließen uns dem in keiner Weise", sagte Stocker vor österreichischen Journalisten. Wie so eine Arena aussehen könnte, sieht der Kanzler jedenfalls im AT&T Stadium beim ÖFB-Hit gegen Argentinien.
Die starken Leistungen des Nationalteams liefern der Stadion-Diskussion zusätzliche Argumente. "Fußball ist in Österreich Breiten- und Spitzensport. Und an der Spitze sieht man, was diese Nationalmannschaft geleistet hat in der Qualifikation. Sie ist gelungen, und da braucht es eine Spielstätte, die dem auch Rechnung trägt", erklärte der Kanzler.
ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick zählt ein neues Nationalstadion seit Jahren zu seinen wichtigsten Anliegen. Im Zuge seiner jüngsten Vertragsverlängerung kündigte der Deutsche an, das Projekt nach der WM sogar "mit noch mehr Leidenschaft und Power" vorantreiben zu wollen.
Dafür erhielt er nun Rückendeckung von Bundeskanzler Stocker. Rangnick habe "Unglaubliches für den Fußball in Österreich geleistet", lobte der ÖVP-Chef in Dallas. "Wenn jemand, der so ein Profi in diesem Bereich ist und solche Erfolge aufweisen kann, hier eine Meinung hat, was Not tut und was richtig und gut wäre, dann hört man darauf."
Trotz der finanziellen Herausforderungen glaubt Stocker an eine Umsetzung. "Wir werden eine Lösung auch für das Stadion finden, da bin ich überzeugt", betonte der ÖVP-Chef. Wann ein solches Projekt Realität werden könnte, ließ er offen. Das aktuelle Doppelbudget des Bundes sieht für 2027 und 2028 sogar Kürzungen bei den Sport-Infrastrukturausgaben vor.
Stocker verwies auf die schwierige Budgetlage. "Wir leben in Zeiten von knappen Budgets, von Konsolidierungen. Wir haben eine Situation, wo wir jeden Euro sprichwörtlich zweimal umdrehen, und wir könnten ihn nicht nur zweimal umdrehen, sondern zehnmal ausgeben."