Strafe für Homeschool-Mama wird zum Politikum

Über die Strafe für Jennifer N. wird in Österreich derzeit heftig debattiert.
Über die Strafe für Jennifer N. wird in Österreich derzeit heftig debattiert.privat/"Heute"-Montage mit Symbolfoto im Hintergrund
Der "Heute"-Bericht über die drohende Strafe für eine fürsorgliche Mutter schlägt Wellen. Jetzt schaltet sich auch die Politik in die Causa ein.

Jennifer N. (41) ist mit einer Strafdrohung konfrontiert. Ihr "Verbrechen": Die Mutter sorgte sich wegen der schlechteren schulischen Leistungen ihrer Tochter und wollte die Gründe dafür erfahren, weshalb sie sich im Online-Unterricht neben ihre Tochter setzte. Die Bildungsdirektion habe ihr daraufhin eine Anzeige angedroht, das schulfremde Personen nicht im Unterricht anwesend sein dürften.

Die Bildungsdirektion dementiert Strafdrohungen, man habe die Frau nur auf die gesetzliche Lage hingewiesen – und der Fall wird nun zum Politikum. "Es ist wirklich unfassbar, was in diesen Corona-Zeiten alles passiert. Dieser Fall ist ein besonders schlimmes Beispiel für den Unsinn, der hier mitunter stattfindet. Da soll eine Mutter bestraft werden, weil sie sich um den schulischen Fortschritt ihrer Tochter kümmert. Dieser Mutter sollte man eigentlich einen Orden verleihen", so FPÖ-Chef Norbert Hofer.

Vergleich mit Häftlingen

Kinder seien laut Hofer bereits seit fast einem Jahr die großen Verlierer der Corona-Krise, das "Distance Learning" sorge für einen Abfall des Bildungsniveaus. Außerdem sei die Situation für die Kinder psychisch belastend. "Während die Kinder eingesperrt werden, öffnen sich für andere dafür die Türen", wettert Hofer in einer Aussendung. Laut dem FPÖ-Chef würden nämlich in der Justizanstalt Asten gemeinsame Ausflüge von Häftlingen in eine Pizzeria erlaubt sein, während die Schüler seit Monaten so gut wie keine sozialen Kontakte hätten.

"Während unsere Kinder und deren Eltern Probleme bekommen, wenn sie sich trotz der widrigen Bedingungen um gute schulische Leistungen bemühen, werden Häftlinge zum Pizzaessen ausgeführt. Das darf nicht so weiter gehen", so Hofer. Der FPÖ-Bundesparteiobmann fordert abermals eine sofortige Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen sowie den Ankauf von Luftreinigungsgeräten für die heimischen Klassenzimmer. 

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