Renate N. hat eine schwere Hüftoperation hinter sich gebracht, jetzt will sie schnell wieder ganz gesund werden. Doch die 71-jährige Wienerin fürchtet jetzt, dass ausgerechnet die Unterbringung zum Hindernis für ihre Reha werden könnte.
Am 7. Juli wurde Renate N. im Herz-Jesu Krankenhaus in Wien an der Hüfte operiert. Das Spital empfahl danach eine Reha und reichte diese auch ein. Für die Wienerin ist die Behandlung besonders wichtig: "Diese Reha nach einer Hüftimplantation brauche ich, um wieder normal gehen zu können."
Nach ihrer Entlassung am 10. Juli ging zunächst alles schnell. N. erhielt ein Schreiben einer Reha-Klinik in der Steiermark und sollte sich wegen eines Termins melden.
Beim Anruf dann die Ernüchterung: Nach Angaben der Wienerin seien zwar "jede Menge Termine" frei gewesen, allerdings nur in Zweibettzimmer.
Genau darin liegt das Problem. Sie könne auch zu Hause nur alleine schlafen. "Ich habe einen schlechten, leichten Schlaf, ich bin beim kleinsten Geräusch wach", sagt sie zu "Heute".
N. wandte sich deshalb an die Pensionsversicherung. Dort bat man sie, ihren Wunsch nach einem Einzelzimmer schriftlich zu übermitteln. Das tat sie umgehend.
Die erhoffte Lösung blieb allerdings aus. Nach Angaben der Wienerin wurde ihr mitgeteilt, dass ihrem Anliegen nach einem Einzelzimmer nicht stattgegeben werde – unabhängig von der Reha-Einrichtung.
Für die Pensionistin ist die Situation schwer nachvollziehbar. Einerseits soll sie nach ihrer Hüftoperation zur Reha, andererseits sieht sie sich aufgrund ihrer Schlafprobleme nicht in der Lage, ein Zimmer mit einem anderen Patienten zu teilen.
"Ich bin 71 Jahre alt und habe mein Leben lang, weil arbeitend, in dieses System eingezahlt", ärgert sich Frau N. Hinzu kommt: Neben den Problemen mit ihrer Hüfte hat die Wienerin auch einen Herzklappenfehler.
"Heute" fragte nach bei der Pensionsversicherung. Diese bestätigt, dass die Patientin eine Bewilligung für ein Anschlussheilverfahren nach ihrer Operation hat. Dieses soll innerhalb von vier Monaten nach dem Akutereignis stattfinden.
"Damit die Rehabilitationsmaßnahmen zeitnah nach dem Akutereignis stattfinden können, werden die Patient*innen nach Verfügbarkeit in Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht", erklärt die Pensionsversicherung.
Persönliche Wünsche könnten nur eingeschränkt berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt stünden die medizinische Behandlung und die richtige Therapie.
Jetzt tut sich ein kleiner Hoffnungsschimmer auf: Renate N. fand heraus, dass in einer Einrichtung ein Einzelzimmer frei wäre – ab Mitte Oktober. Jetzt müsste die Pensionsversicherung auch noch zustimmen.