Im anhaltenden Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine hat nun auch der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow angekündigt, eine staatliche Auszeichnung Polens zurückzugeben.
Budanow verzichtet damit auf das "Goldene Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen", das ihm im Vorjahr verliehen worden war.
Auch der ukrainische Botschafter in Warschau, Wasyl Bodnar, will seine Auszeichnung zurückgeben.
Er bezeichnete die Entscheidung des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den "Orden des Weißen Adlers" abzuerkennen, als „eine Geste, die sich gegen das gesamte ukrainische Volk richtet“. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew begrüßte die Entwicklung öffentlich.
Wie t-online unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtet, hatte der polnische Präsident Nawrocki zuvor Selenskyj die höchste polnische Auszeichnung aberkannt. Budanow sprach daraufhin von einer unfreundlichen Geste gegenüber der Ukraine und einem Geschenk an Russland.
Auch der ukrainische Außenminister Sybiha kündigte an, seine Ehrung zurückzugeben.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk forderte beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Er warnte, der Konflikt spiele dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände und schockiere die internationalen Verbündeten kurz vor einer wichtigen Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig.
Der Ursprung des Streits liegt in einer Entscheidung Selenskyjs Ende Mai, einer Armeeeinheit den Beinamen „Helden der UPA“ zu verleihen. Während die Ukraine die UPA als Widerstandskämpfer gegen die Sowjetherrschaft ehrt, wird ihr in Polen die Beteiligung an Massakern an Zehntausenden Polen und Juden während des Zweiten Weltkriegs vorgeworfen.