Tierisch überholt

Horrornacht: "Rehe springen wegen Böller vors Auto"

Angesichts wachsender Probleme durch Pyrotechnik fordern Experten strengere Verbote, Kontrollen und härtere Strafen zum Schutz von Mensch und Tier.
29.12.2025, 10:16
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Tierschutzorganisationen kämpfen seit Jahren gegen die Privat-Knallerei zu Silvester, aber mittlerweile schließen sich auch Hunde- und Katzenhalter diversen Petitionen für einen ruhigen Jahreswechsel an. Es ist auch wirklich kaum zu ertragen, wenn man sieht, wie das eigene Haustier in Todesangst leiden muss.

Die Pfotenhilfe in Lochen jedoch, bemerkte einen traurigen Trend, dass es sogar häufiger und viel früher zu Böller-Schießereien kommt, als noch vor ein paar Jahren.

„Am späten Samstagnachmittag sind mir auf der Heimfahrt jeweils kurz nach Böllern zweimal Rehe direkt vor's Auto gesprungen. Nur wegen meiner vorsichtigen Fahrweise ist nichts passiert!“
Johanna StadlerPfotenhilfe-Chefin

Schon seit Tagen liest man auch Berichte über entlaufene Hunde. "Am Abend wurde dann in unserer Nähe eine Feuerwerksbatterie entzündet – minutenlanges Dauerfeuer! Und sogar am Heiligen Abend wurde schon geschossen. Die Tiere am Tierschutzhof fürchten sich auch zu Tode", erzählt die Tierschützerin schockiert über die Entwicklung.

Kracher und Raketen sollen endlich verboten werden

Ein großes Problem sieht Stadler auch darin, dass man diese lauten Krachmacher mittlerweile fast überall bekommt. "Auf 100 Meter stehen etwa in Mattighofen vier Verkaufsstände!", kritisiert er. "Und Raketen oder Farbeffekte, die nicht knallen, sind in der absoluten Minderheit."

„Sind die eigene Gesundheit, das viele Geld, die Umwelt und die Tiere wirklich nicht genug Gründe, endlich vernünftig zu werden und damit aufzuhören, mit aller Gewalt Unfrieden zu stiften?“

Zwar gibt es schon jetzt Verbote, zum Beispiel innerhalb von Ortsgebieten oder in der Nähe von Tierheimen, Kirchen, Spitälern oder Seniorenheimen. "Aber diese reichen offenbar bei Weitem nicht", meint Stadler. "Es muss daher ein generelles Verbot und auch ein Verkaufsverbot her. Es gibt keinen vernünftigen Grund, der diese Tierquälerei rechtfertigen würde und das Staatsziel Tierschutz steht ohnehin über dem Vergnügen Einzelner. Und ohne rigorose Kontrollen und harte Strafdrohungen wird sich auch weiterhin nichts ändern!"

Die erschreckenden Auswirkungen von Pyrotechnik sieht man derzeit auch bei den Waldbränden in der Nordkette bei Innsbruck ("Heute" berichtete).

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