Großer Schritt für die Umwelt am Wiener Donauufer: Wien Energie hat jetzt 13 neue Landstrom-Anlagen in Betrieb genommen. Kabinenschiffe können damit während ihres Aufenthalts im Hafen direkt mit Ökostrom versorgt werden – statt wie bisher mit lauten Dieselgeneratoren.
Betroffen sind die Anlegestellen beim Schifffahrtszentrum Reichsbrücke sowie im Hafen Freudenau. Jedes Jahr legen dort rund 2.700 Kreuzfahrtschiffe an und bringen mehr als 413.000 Besucher nach Wien. Der Strombedarf der Schiffe ist enorm: Ein einziges Kabinenschiff verbraucht pro Tag im Hafen etwa so viel Strom wie ein österreichischer Haushalt in einem ganzen Jahr.
Durch die neue Infrastruktur sollen künftig rund 17.350 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden. Zusätzlich profitieren Anrainer und Besucher entlang der Donau von weniger Lärm und sauberer Luft.
"Wien verfolgt ambitionierte Ziele für eine nachhaltige, sichere und unabhängige Energieversorgung. Um diese zu erreichen, setzen wir auf ein breites Maßnahmenpaket, das auch bislang weniger sichtbare CO₂-Emittenten konsequent miteinbezieht. Die Landstrom-Infrastruktur ermöglicht es Schiffen, während ihres Aufenthalts in Wien saubere Energie zu nutzen", so Vizebürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ).
Nach einem erfolgreichen Testlauf im vergangenen Herbst können nun bis zu 50 Schiffe gleichzeitig mit Strom versorgt werden. Insgesamt wurden dafür rund 25 Kilometer Kabel verlegt. "Die Energiewende passiert in Wien nicht nur an Land, sondern auch am Wasser", sagt Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).
"Mit der neuen Landstrom-Infrastruktur bringen wir unsere Kompetenz aus der E-Mobilität auch in den Schiffsverkehr – und zeigen, wie auch dieser leiser, effizienter und umweltfreundlicher sein kann", ergänzt Wien-Energie-Geschäftsführer Sascha Zabransky. Die Kosten werden teilweise von der EU über das Förderprogramm "Connecting Europe Facility" mitgetragen.