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Stromanbieter kündigt jetzt alle seine Kunden

Ab November ist bei Schlaustrom das Licht aus: Wegen explodierender Energiepreise gibt der Anbieter w. o.!

Clemens Pilz
Schlaustrom-Chef Jürgen Meinhart trat am Sonntag bei einer Corona-Demo in Wien auf.
Schlaustrom-Chef Jürgen Meinhart trat am Sonntag bei einer Corona-Demo in Wien auf.
"Heute"

Er wollte eine nachhaltige Alternative für Kunden sein, die die "Energiewende" schaffen möchten, und belieferte nach eigenen Angaben Zehntausende Haushalte – doch jetzt steht der private Energieanbieter Schlaustrom vor dem Aus. Wie die Leondinger (OÖ) Firma ihren Kunden in ganz Österreich mitteilte, wird die Belieferung mit Strom und Gas Ende Oktober eingestellt. Die Lieferverträge werden daher zum 31.10.2022 gekündigt.

Verantwortlich dafür seien die "exorbitanten Kosten", die infolge der steigenden Energiepreise für die Vorfinanzierung und Absicherung des Energieeinkaufs auf die Firma zukamen und nicht mehr zu stemmen waren. "Darüber hinaus haben viele unserer (ehemaligen) Kunden ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllt und Ihre Rechnungen nicht bezahlt", heißt es weiter. "Da wir jedoch vertragskonform Energie geliefert und diese auch vorfinanziert haben, ist so eine weitere hohe finanzielle Lücke entstanden."

Status von Gutschriften unklar

Alle Kunden müssen somit bis Monatsende einen neuen Anbieter finden. Unklar sei, ob die Firma in Insolvenz geht, oder etwaige Gutschriften noch zurückzahlen kann, so Verbraucherschützer Peter Kolba. Bei der suche nach einem neuen Energieanbieter lohnt nun jedenfalls ein Blick auf das Vergleichsportal der E-Control.

Chef trat bei Corona-Demo auf

Skurriles Detail: Während Schlaustrom auf Google jede Menge Ein-Sterne-Wertungen sammelt, trat der Geschäftsführer Jürgen Meinhart am Sonntag bei einer Corona-Demonstration in Wien auf. Als Redner wetterte er gegen die politisch Verantwortlichen und plädierte dafür, die Beziehungen zu Russland auch angesichts der Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine zu pflegen.