Politik

Neuer Geldbonus kommt – wer jetzt nochmals wieviel erhä

Der Stromkostenzuschuss der Regierung wird jetzt nochmals aufgestockt. Größere Haushalte ab drei Personen sollen 105 Euro pro Nase extra bekommen.

Roman Palman
Die Regierung legt nochmals einen neuen Geldbonus gegen die steigenden Stromkosten auf.
Die Regierung legt nochmals einen neuen Geldbonus gegen die steigenden Stromkosten auf.
Getty Images/iStockphoto

In der Nationalratssitzung am heutigen Mittwoch wird die türkis-grüne Regierung eine Novelle des Stromkostenzuschussgesetzes beschließen. Zusätzlich zur seit 1. Dezember 2022 wirksamen Stromkostenbremse (rund 500 Euro pro Haushalt) und zum Netzkostenzuschuss (maximal 200 Euro pro Haushalt) wird nun auch ein Stromkostenergänzungszuschuss beschlossen.

Von dieser Aufstockung profitieren alle Haushalte mit mehr als drei Personen mit 105 Euro pro zusätzlicher Person.

Das sind für einen 5-Personen-Haushalt weitere 210 Euro pro Jahr zusätzliche Einsparung, rechnet die Regierung in einer aktuellen Aussendung vor: "Denn von jeder Stromrechnung, an deren Adresse mehr als 3 Personen ihren Hauptwohnsitz haben, wird eine zusätzliche Entlastung von 105 Euro pro zusätzlicher Person pro Jahr in Abzug gebracht." Besonders davon profitieren also Großfamilien.

Der neue Stromkostenergänzungszuschuss soll Großteils automatisch von der nächsten Jahresrechnung abgezogen werden. In Summe seien den Behörden circa 700.000 Adressen bekannt, bei denen mehr als 3 Personen Hauptwohnsitz-gemeldet sind. Mehr als die Hälfte davon könnten automatisch erfasst werden und würden somit den Ergänzungszuschuss ohne Antrag bekommen.

Für jene Adressen, die nicht automatisch erfasst werden können, oder wo mehr als ein Zählpunkt mit Entnahme besteht, soll ab Mitte April ein Antragsmodell geschaffen werden. Man werde die antragspflichtigen Personen extra darüber informieren, dass sie einen Antrag stellen müssen.

Reaktion auf Kritik

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) dazu: "Die durch den russischen Angriffskrieg herbeigeführten hohen Energiekosten belasten die Menschen in unserem Land. Als Bundesregierung haben wir bereits eine Vielzahl an Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Damit unterstützen wir Familien, Haushalte und Betriebe in dieser herausfordernden Phase."

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz im September 2022.
Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz im September 2022.
Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com

Mit der Aufstockung reagiere man nun auf die Kritik zur Treffsicherheit der Stromkostenbremse. Größere Haushalte hätten eine höhere Belastung, weshalb man diesen nun noch einmal extra unter die Arme greifen wolle: "Auch wenn der Staat nicht jede Krise zu 100% kompensieren und alle gestiegenen Preise 1:1 ausgleichen kann, ist es wichtig zu helfen. Daher haben wir uns dazu entschieden, die Stromkosten direkt dort abzufedern, wo sie für die Kunden zur Belastung werden, nämlich auf der Stromrechnung."

Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei einer Pressekonferenz im Oktober 2022.
Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei einer Pressekonferenz im Oktober 2022.
Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com

"Unterstützen, wo Unterstützung gebraucht wird"

"Wo mehr Personen leben, wird mehr Strom verbraucht. Das berücksichtigen wir – und zwar überall dort wo es möglich ist automatisch und ohne jeden Aufwand", betont auch Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne).

"Die hohen Energiepreise sind eine direkte Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Und sie sind für die Menschen in unserem Land eine hohe Belastung. Für uns ist klar: Wir unterstützen, wo Unterstützung gebraucht wird. Die Stromkostenbremse sorgt bereits seit Dezember dafür, dass die Rechnungen sinken und dämpft damit auch die Inflation."

    Am 20. März 2022 war Leonore Gewessler zu Gast "Im Zentrum". Bei jenem TV-Auftritt trug sie auch einen geheimnisvollen Anstecker.
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    Screenshot ORF
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      GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com / Leserreporter