Studie: Meditieren kann Unruhe und Ängste verstärken

Om ist die magische Silbe des Brahmanismus, die als Hilfe zur Befreiung in der Meditation gesprochen wird.
Om ist die magische Silbe des Brahmanismus, die als Hilfe zur Befreiung in der Meditation gesprochen wird.Getty Images
Meditation soll entstressen und beruhigen. Mehr als die Hälfte erlebt aber unangenehme Nebenwirkungen, wie Fachpersonen warnen.

Über 15 Millionen User weltweit haben sich Meditations-Apps wie "Headspace" oder "Calm" auf ihr Smartphone geladen. Achtsamkeitstraining soll Stress lösen, innere Unruhe und Zwänge lindern, aber auch bei Depressionen oder psychischen Traumata helfen.

Was bedeutet Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein – und zwar nicht nur körperlich, sondern auch mental. Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen werden wahrgenommen, aber nicht bewertet.

Ziel beim Achtsamkeitstraining ist es, die gegebene Situation zunächst zu akzeptieren, um so aus der Distanz auf neue Lösungen und zu mehr Gelassenheit zu kommen. Meditation ist eine der häufigsten Formen von Achtsamkeitstraining.

Achtsamkeitstraining und das Sitzen auf einem Meditationskissen galt bisher als recht harmlos. Auch in der Psychotherapie wird diese Methode hin und wieder angewendet. Bei fast der Hälfte der Menschen kann diese Form von In-Sich-Gehen aber teils massive Nebenwirkungen hervorrufen, wie eine Studie der amerikanischen Brown University nun zeigt.

Nebenwirkungen des Meditierens

In der Studie wurden Menschen, die teils von Angststörungen und Depressionen betroffen sind, bei einer achtsamkeitsbasierten Therapie begleitet. Bei mehr als 50 Prozent der Teilnehmenden traten durchs Meditieren Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Angst- oder Panikgefühle, ein Wiedererleben traumatischer Erlebnisse, Verzerrungen von Raum und Zeit, emotionale Abstumpfung oder Selbstentfremdung auf. Jede siebte Person litt bis zu einer Woche lang unter den negativen Symptomen, jeder zehnte bis zu einem Monat und jeder fünfzehnte mehrere Monate.

Hände weg vom Meditieren?

Fühlst du dich nach dem Meditieren manchmal einsam, traurig oder hast gar Angstzustände? Hast du Bilder aus deiner Vergangenheit im Kopf, die dich einholen? Es ist nicht immer falsch, dass durch ein Achtsamkeitstraining negative Empfindungen hochkommen. Denn das kann Betroffenen helfen, sich ihrer Probleme bewusst zu werden, um diese daraufhin aktiv anzugehen.

Wichtig ist aber, auch nicht medikamentöse Behandlungen und Trainings ernst zu nehmen und mögliche Nebenwirkungen abzuklären. Wenn du Achtsamkeit erlernen willst, weil dich etwas bedrückt, ist es je nachdem ratsam, dir im Vorfeld Unterstützung zu holen, anstatt einfach alleine loszulegen. Meditierst du aus reiner Neugier? Auch dann können Nebenwirkungen auftreten. Beobachte deine Symptome und wende dich im Zweifel an Fachpersonen, um mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten zu lernen, wie du mit negativen Gefühlen umgehen kannst.

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