Nach mehreren Vorfällen

Studio-Chefin verhängt knallhartes Kinder-Verbot

Eine Studio-Chefin lässt minderjährige Kinder nicht mehr zu Terminen mitkommen. Zuvor kam es immer wieder zu Zwischenfällen.
André Wilding
08.08.2026, 21:05
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Ausgeräumte Schränke, angemalte Möbel und Kinder, die plötzlich im privaten Wohnhaus auftauchen: Für Melanie Ziemke ist eine Grenze erreicht. Die Betreiberin eines Nagel- und Tattoostudios im deutschen Chemnitz hat entschieden, dass Kunden künftig keine minderjährigen Kinder mehr zu ihren Terminen mitbringen dürfen.

Dabei kennt die 46-Jährige die Herausforderungen für Eltern aus eigener Erfahrung. Sie sei "glücklich verheiratet und Mama von drei Kindern", erzählt Ziemke im Gespräch mit der "Kronen Zeitung". "Ich weiß daher, welche Herausforderungen das Familienleben mit sich bringt."

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Schokolade auf Couch verteilt

Hinter dem Verbot stehen laut der Betreiberin zahlreiche Vorfälle aus den vergangenen Jahren. "Leider mussten wir in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder erleben, dass es zu Vorfällen kam, die den Studioalltag erheblich beeinträchtigt haben. Bereits während Beratungsgesprächen wurden Schränke ausgeräumt, unsere Funkklingel beschädigt oder Schokolade auf der hellen Couch im Wartebereich verteilt. Auch im Nagelstudio wurden mehrfach Arbeitsmaterialien ausgeräumt oder verschüttet, mitgebrachte Speisen im gesamten Studio verteilt und sogar Möbel angemalt", schildert Ziemke in der "Krone".

Das Problem beschränkte sich demnach nicht auf die Räume des Studios. Kinder hätten dieses wiederholt verlassen und seien auf das Privatgrundstück beziehungsweise sogar in das Wohnhaus gegangen.

"Da sich unser Nagelstudio und das Tattoostudio direkt auf unserem privaten Grundstück befinden, ist dieser Bereich ausdrücklich kein öffentlicher Spielplatz", erzählt die Mutter in der Tageszeitung.

"Geht nicht darum, Mütter oder Familien auszuschließen"

Ziemke betont in der "Krone", dass sie mit ihrer Entscheidung nicht gegen Eltern vorgehen wolle. "Es geht nicht darum, Mütter oder Familien auszuschließen." Allerdings hätten Eltern in mehreren Situationen gar nicht oder nur eingeschränkt eingegriffen. Dadurch sei ihre Arbeit immer wieder unterbrochen worden.

"Mir ist es sehr wichtig, jeder Kundin und jedem Kunden meine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Nur so kann ich professionell und verantwortungsvoll arbeiten und die Qualität bieten, die meine Kundinnen und Kunden erwarten und verdienen", Ziemke zu "Krone".

Viel Zustimmung im Netz

"Jeder hat unterschiedliche Vorstellungen und Prioritäten – und das ist völlig in Ordnung", sagt Ziemke zur "Kronen Zeitung". Trotzdem wolle sie "meinen eigenen Weg zu gehen und mit Menschen zusammenzuarbeiten, die zu meiner Arbeitsweise und meinen Werten passen".

"Wenn das für jemanden nicht stimmig ist, dann sind wir wahrscheinlich einfach nicht die richtigen Partner. Das ist weder gut noch schlecht – sondern einfach eine passende oder eben keine passende Verbindung. Und auch das ist vollkommen in Ordnung", stellt die Studio-Chefin in der "Krone" klar.

"Mir würde es im Leben nicht einfallen"

Viele Nutzer können das Verbot nachvollziehen. "In Tattoostudios haben Kinder unter 18 Jahren generell nichts zu suchen", schreibt eine Userin. Eine andere meint: "Mir würde es im Leben nicht einfallen, mein Kind zu solchen Terminen mitzunehmen". Einige Mütter sehen einen Termin ohne Kinder sogar als willkommene "Auszeit".

Es gibt allerdings auch Gegenstimmen. "Mein Kind darf zu meinem Termin zum Glück mit. Als Alleinerziehende könnte ich sonst solche Termine gar nicht wahrnehmen", lautet eine Reaktion. Andere werfen Ziemke vor, mit ihrer Regel familienunfreundlich zu handeln.

Kunden akzeptieren Entscheidung

In ihrem eigenen Studio seien die Reaktionen größtenteils positiv ausgefallen. "Natürlich fiel es einigen nicht leicht, die Situation zu akzeptieren, dennoch wurde meine Entscheidung respektiert. Die meisten begegneten mir mit Verständnis und verzichteten auf Diskussionen, wofür ich sehr dankbar bin. Das hat mir in dieser Zeit viel bedeutet."

Rechtlich können Studiobetreiber solche Regeln selbst festlegen. Weder in Deutschland noch in Österreich gibt es allgemeine Vorschriften darüber, ab welchem Alter Kinder ihre Eltern in ein Nagel- oder Tattoostudio begleiten dürfen. Hier greift das Hausrecht.

Auch beim Modellieren von Nägeln gibt es grundsätzlich keine Altersgrenze, bei Kindern wird von Gelnägeln und ähnlichen Anwendungen allerdings meist abgeraten. Tätowierungen sind in Österreich ab 16 Jahren möglich. Zwischen 16 und 18 Jahren ist dafür die Zustimmung der Eltern notwendig.

Trotz Kritik hält Ziemke an ihrer Entscheidung fest. Die meisten ihrer Kunden hätten für die neue Regel Verständnis.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 08.08.2026, 21:05