Tablet schon im Kinderwagen. Smartphone zum 9. Geburtstag. Das ist in sehr vielen Familien normal. Gerade bei den Jüngsten kann zu viel Bildschirmzeit zum Problem werden.
Eine große internationale Datenanalyse aus dem Jahr 2025 zeigt: Jede zusätzliche Stunde täglicher Bildschirmzeit war mit einem um 21 Prozent höheren Risiko für Kurzsichtigkeit verbunden. Besonders deutlich war der Anstieg bei einer täglichen Nutzung zwischen einer und vier Stunden.
Auch die ÖGK registriert mehr Leistungen von Augenoptikern bei Kindern: 2026 waren es bei den bis Zehnjährigen 15.682 Fälle, rund vier Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2025.
"Kinder brauchen nicht nur weniger Zeit vor dem Bildschirm, sondern vor allem mehr von dem, was kein Bildschirm ersetzen kann: Gespräche, Blickkontakt, gemeinsames Spielen, Bewegung und Zeit im Freien", sagt Kinderärztin Gabriele Berger.
Die ÖGK empfiehlt bei kleinen Kindern: Unter Dreijährige sollten möglichst ohne digitale Bildschirmmedien aufwachsen. Bei Drei- bis Sechsjährigen gelten maximal 30 Minuten täglich als Orientierung. Zusätzlich sollten möglichst viele bildschirmfreie Tage eingeplant werden.
Nicht nur die Augen stehen im Fokus. Eine Auswertung von 42 Studien mit fast 19.000 Kindern zeigte einen Zusammenhang zwischen mehr Bildschirmzeit und schwächeren sprachlichen Fähigkeiten.
Kinder lernen Sprache vor allem durch direkten Austausch - beim Reden, Spielen, Vorlesen oder Singen. Bleiben sprachliche Fortschritte aus oder gehen bereits erworbene Fähigkeiten verloren, rät die ÖGK zu einer ärztlichen Abklärung.