Bei einer groß angelegten internationalen Polizeiaktion ist ein mutmaßliches Schleusernetz aufgeflogen. Am 22. September 2026 kam es in Österreich, Italien, Spanien und Großbritannien zu sechs Festnahmen und zehn Hausdurchsuchungen. Sichergestellt wurden unter anderem Ausweisdokumente, elektronische Geräte, Beweismittel und eine große Menge Bargeld. Das berichtet Europol in einer Mitteilung vom 23. September 2026.
Die Ermittlungen liefen über Behörden aus insgesamt 17 Ländern. Der Verdacht: Das Netzwerk soll Migranten vom europäischen Festland per Flugzeug nach Großbritannien geschleust haben. Dabei sollen gefälschte Dokumente eine zentrale Rolle gespielt haben – vor allem bei Reisen über Flughäfen im Schengen-Raum und in Schengen-assoziierten Staaten.
Brisant ist auch die Spur nach Österreich. Eine Zelle mit Sitz in Wien soll laut Ermittlern mit der Beschaffung gefälschter Dokumente befasst gewesen sein. In diese Gruppe sollen afghanische und pakistanische Staatsangehörige involviert gewesen sein. Außerdem prüfen die Behörden Verbindungen zu einem Netzwerk von Dienstleistungen, vor allem Handyshops, über das mutmaßlich kriminelle Gewinne gewaschen wurden.
Nach Angaben der Ermittler reisten viele Migranten zunächst mit echten Pässen und teils gültigen Schengen-Touristenvisa in die EU ein. Danach sollen sie ihre Identitätsdokumente vernichtet und durch gefälschte Papiere des Schleusernetzwerks ersetzt haben. Diese Dokumente sollen dazu gedient haben, die Identität zu verschleiern und weitere Reisen innerhalb Europas zu ermöglichen.
Auch eine Zelle in Spanien steht im Fokus. Sie soll eine große Zahl gefälschter Dokumente geliefert haben. Laut Ermittlungen wurden mehr als 1.000 Fake-Ausweise über Kuriere aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in die EU, nach Nord- und Südamerika sowie in die Karibik verschickt. Das weitere Netzwerk soll mehr als zwei Millionen Euro an illegalen Einnahmen erzielt haben.
Die Ermittler sprechen von einem weitverzweigten System. In der Anfangsphase wurden Schleuserrouten Richtung Großbritannien unter anderem in Belgien, Finnland, Deutschland, Island, Irland, Schweden und den Niederlanden untersucht. Insgesamt führten die Spuren durch 17 Länder.
Europäische Ermittler warnen, dass Dokumentenbetrug oft nur in einzelnen Fällen sichtbar wird. Gerade der Austausch über beschlagnahmte gefälschte Papiere sei entscheidend, um größere Netzwerke zu erkennen. In der Mitteilung heißt es dazu übersetzt: "Migrantenschleusung bleibt eine zentrale kriminelle Bedrohung für die EU."