Im Wellenbecken im Laarberg-Bad kam es im Sommer zu einem üblen Übergriff auf zwei Schwimmerinnen. Mehrere "Männer mit Bart" sollen zwei Mädchen im Wellenbecken eingekreist, bedrängt haben – dann sollen die Opfer im Intimbereich angefasst worden sein.
Ein Bademeister, dem sich die Jugendlichen anvertrauten, alarmierte die Polizei. Vier Männer wurden daraufhin im Becken unter 200 Badegästen identifiziert. Am Mittwoch fanden sich aber nur drei davon vor Gericht beim Prozess wegen geschlechtlicher Nötigung und Vergewaltigung ein – einer der Täter tauchte offenbar ab.
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Die Verdächtigen, die alle in derselben Wiener Reinigungsfirma arbeiteten, wurden von den Opfern als "Männer mit Bart" bzw. als "ein Dicker, ein Kleiner und einer mit Tattoos" sowie als "südländische Typen" beschrieben. "So schaut dort jeder Zweite aus", schüttelte der Richter den Kopf, er hatte damit keine Freude – besonders da jeder einzelne der Angeklagten leugnete, die ihm vorgeworfenen Verbrechen auch tatsächlich begangen zu haben.
"Ja, wir waren im Bad, aber wir haben nichts gemacht", meinten die türkisch sprechenden Männer unisono via Dolmetscherin. Anschaulich schilderte die Staatsanwältin, wie sie gemeinsam die Opfer eingekreist haben sollen, mit jeder Welle näher auf sie zukamen. "Die Mädels hatten dabei Angst, nicht genug Luft zu bekommen, als sie die Männer anstießen." Dann sei ihnen der Bikini aufgemacht und die Badehose beiseitegeschoben worden, hieß es.
"Wer, was, wann und wo gemacht hat, war im Zuge der Ermittlungen nicht festzustellen. Natürlich kommt es bei Gedränge im Wellenbecken zu Berührungen", griff Andreas Schweitzer, der einen der bärtigen Männer vertrat, in die juristische Trickkiste. Er weiß: Kann man die Tat im Beweisverfahren den Beschuldigten nicht genau zuordnen, wäre im Zweifel freizusprechen. Der Prozess wurde zur erneuten Befragung der Opfer auf November vertagt, die Unschuldsvermutung gilt.