Wirklich gute Skispringer sind Tiroler oder Kärntner! Ein 15-jähriger Wiener will dieses "Naturgesetz" aus den Angeln heben. Mario Mendel aus der Gumpendorfer Straße schaffte den Sprung in die Kaderschmiede nach Stams. Jetzt will er die Skisprung-Welt erobern.
Wirklich gute Skispringer sind Tiroler oder Kärntner! Ein 15-jähriger Wiener will dieses "Naturgesetz" aus den Angeln heben. Mario Mendel aus der Gumpendorfer Straße schaffte den Sprung in die Kaderschmiede nach Stams. Jetzt will er die Skisprung-Welt erobern.
Das Skigymnasium Stams ist eine "Weltmeister-Fabrik". Hier laufen Siegertypen wie Benni Raich oder Gregor Schlierenzauer vom Band. 1200 Talente bewerben sich pro Jahr für die Eliteschule, 95 Prozent fallen durch. Mario Mendel hat es geschafft – als einziger Wiener!
"Ich fuhr mit dem Rad auf der Donauinsel, als ich eine Schanze im Wasser sah", erinnert er sich an den Beginn. Bei den "Wiener Stadtadlern" lernte er unter den Fittichen von Ex-Weltklasseathlet Christian Moser das Fliegen. "Die ersten zehn Meter spürst du gar nichts, dann ist es einfach leiwand", beschreibt er das Gefühl in der Luft. Ernster Nachsatz: "Als Wiener wurden wir bei Wettbewerben lange Zeit belächelt." Heute zählt Mario zu den zehn größten Talenten im Land. Persönliche Bestweite: 114 Meter.
Sein Wecker läutet jeden Tag um punkt sechs Uhr. Der "44-Kilo-Floh" liegt mit Skiläufern und Snowboardern am Zimmer. Der Anspruch im Internat ist aber für alle gleich: Weltspitze! Es wird Nationalstolz produziert – mit System. Die Hälfte aller heimischen Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen seit den 70er-Jahren gehen auf das Konto von Stams-Schülern.
Verspürt Mario oft Heimweh? "Ja", gibt er zu. Nur alle paar Wochen kommt er nach Hause. Der sechste Bezirk ist nicht flach. Da und dort erinnert das Gefälle in den Gassen an den Anlauf einer Skisprungschanze.