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Supermärkte fordern jetzt neue Strategie mit dem Virus

Steigende Corona-Zahlen bereiten in Österreich wieder Sorgen. Nun wird der Fokus auf tatsächliche Hotspots seitens des Handels gefordert.
Tobias Kurakin
09.07.2022, 20:01
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Die Corona-Zahlen in Österreich steigen wieder rasant an. Der Ruf nach neuen Maßnahmen wird derzeit aufgrund der Unbeliebtheit dieser, in der Öffentlichkeit äußerst zurückhaltend geäußert. Jetzt prescht der Handelsverband vor und fordert eine neue Strategie mit dem Virus. 

Will: "Leben und Wirtschaften mit dem Virus"

"Es braucht eine Evaluierung der gesetzten Covid-Maßnahmen, eine nachvollziehbare Differenzierung nach Branchen und mehr Eigenverantwortung – unter dem seit jeher vom Handelsverband geprägten Motto, Leben und Wirtschaften mit dem Virus‘", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Will hält fest, dass die Politik derzeit nicht auf Sommerpause gehen könne, solange die Maßnahmen nicht richtig gesetzt sind und Klarheit über die Corona-Strategie bei der Bevölkerung herrschen würde. Ein wichtiger Punkt, an dem Will ansetzen will, ist die Quarantäne-Bestimmung

Der Handelsverband-Geschäftsführer meint demnach, dass es die gesetzliche Möglichkeit geben müsse, Verkehrsbeschränkungen statt Absonderungen von infizierten Personen durchzuführen. "Personen, die von ihrer Covid-Infektion gar nichts mitbekommen, sollten nicht in Quarantänegeschickt werden. In diesem Fall reichen Verkehrsbeschränkungen aus, etwa die Vermeidung von größeren Zusammenkünften oder die Pflicht, eine Maske am Arbeitsort zu tragen, wie es bereits nach der fünftägigen Quarantäne vorgesehen ist", sagt Will.

Wie in allen Bereichen des öffentlichen Lebens käme es demnach auch im Handel wieder vermehrt zu Infektionen, die Personalengpässe zur Folge haben. Es sei nach Meinung des Handelsverbands nun wichtig, die richtigen Maßnahmen zu setzen. Bereits in der Vergangenheit hatte Will einen realitätsnäheren Umgang mit dem Virus gefordert. So appellierte er im Frühjahr für ein Ende der Maskenpflicht im Handel.

Die Probleme seien auch ohne Corona bereits präsent. 41 Prozent der Händlerinnen und Händler würden nun jetzt schon über Personalmangel klagen. Auch hier sieht Will die Politik in der Verantwortung: "Die Arbeitsmarktreform darf daher nicht in den Herbst verschoben werden, ansonsten gefährdet man die Stabilität des Wirtschaftssystems. Es braucht dringend eine Mobilisierung jener Menschen, die arbeiten können, aber nicht wollen, um auch jene nachhaltig in ihrer Lebenssituation abzusichern, die arbeiten wollen, aber nicht können."

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