Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat jetzt im Konflikt mit den Kurden-Milizen eine Einigung mit dem Chef der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), Maslum Abdi, verkündet. Die Vereinbarung beinhaltet unter anderem eine Waffenruhe. "Ich empfehle einen vollständigen Waffenstillstand", sagte al-Scharaa am Sonntag nach einem Treffen mit dem US-Syriengesandten Tom Barrack im Präsidentenpalast in Damaskus.
Das syrische Präsidialamt hat den Text des beschlossenen 14-Punkte-Plans veröffentlicht. Dieser sieht vor, dass die mehrheitlich kurdischen SDF-Kämpfer und kurdische Sicherheitskräfte künftig dem syrischen Verteidigungs- und Innenministerium unterstellt werden.
Außerdem müssen die Kurden die von ihnen verwalteten Provinzen Deir Essor und Raka an die Zentralregierung abgeben. Damaskus übernimmt laut Vereinbarung auch die Verantwortung für Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie deren Familien, die bisher in kurdisch kontrollierten Gefängnissen und Lagern festgehalten werden.
Wie al-Scharaa mitteilte, wurde das geplante Treffen mit Abdi wegen Schlechtwetter auf Montag verschoben. Um die Lage zu beruhigen, hat man aber beschlossen, die Vereinbarung schon vorab online zu unterschreiben.
In den letzten Tagen haben syrische Regierungstruppen bei ihrer Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren Gebieten vertrieben – darunter auch aus der nordsyrischen Großstadt Aleppo.
Am Sonntag zogen sich die SDF-Kämpfer aus den bislang von ihnen gehaltenen Gebieten im Osten von Deir Essor zurück, darunter das größte syrische Ölfeld Al-Omar und das Ölfeld Al-Tanak. Die Regierung meldete außerdem die Einnahme der Stadt Takba in Raka.