Der Krieg im Nahen Osten macht sich seit Tagen auch an Österreichs Tankstellen bemerkbar. Wegen der Eskalation rund um den Iran steigen die Ölpreise deutlich. Leserreporter-Fotos zeigen Spritpreise in Wien, die an der Zwei-Euro-Marke kratzen.
Was viele nicht wissen: Der Staat kassiert bei dem Tank-Hammer ordentlich mit, wie eine "Heute"-Hochrechnung zeigt.
Der Preis für Benzin und Diesel an österreichischen Tankstellen setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Grob kann man ihn in Steuern/Abgaben, Produktkosten und Handel/Logistik aufteilen. In Österreich macht der Staat einen sehr großen Teil des Spritpreises aus – meist über 50 % des Endpreises.
Das heißt: Bei Spritpreisen nahe der Zwei-Euro-Marke geht jeder zweite getankte Euro an den Staat. Doch wie setzt sich der Tankpreis überhaupt zusammen?
Bei Tankpreisen, wie sie "Heute"-Leserreporter Kevin am Mittwoch in der Wiener Donaustadt sah, bedeutet dies Folgendes: Bei einem Preis von 1,949 Euro pro Liter Diesel werden etwa 0,325 Euro an Mehrwertsteuer verrechnet, der CO₂-Preis beträgt zirka 0,165 Euro – hinzu kommen noch 0,397 Euro Mineralölsteuer. Macht insgesamt 0,887 Euro – also 89 Cent – an Steuern. Das sind 45,5 Prozent des Verkaufspreises.
Kurioses Phänomen: Noch mehr Einnahmen für den Staat gibt es beim Benzin – obwohl dieser billiger ist! Der Grund: Die höhere Mineralölsteuer, die bei einem Preis von 1,769 Euro pro Liter stolze 0,482 Euro schluckt. Dazu kommen 0,150 Euro CO₂-Preis und 0,295 Euro an Mehrwertsteuer. Der Staat verdient hier zirka 0,93 € pro Liter Benzin, das sind 52,4 % des Preises.
Wie "Heute" bereits berichtete, stiegen die Spritpreise bereits in den letzten Tagen um 15 Prozent. Für den ARBÖ ist eine derartige Preisentwicklung inakzeptabel, weshalb der Automobilklub nun schnell Gegenmaßnahmen fordert.
"Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer muss strenge Kontrollen einführen und absolute Transparenz garantieren. Im Notfall sollen staatliche Preiseingriffe die Treibstoffkosten regulieren, damit der Spritpreis auf ein gerechtfertigtes Maß sinkt und die Inflation nicht noch weiter befeuert wird", verlangt Gerald Kumnig, ARBÖ-Generalsekretär, sofortige Gegenmaßnahmen.