Sport

Team für Ukraine bereit, Stadion aber noch nicht

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:07

Eine Panne jagt in der Ukraine die nächste: Die "Arena Lwiw", in der das österreichische Nationalteam am Dienstag gegen die Ukrainer gastiert, ist wenige Stunden vor dem Anpfiff um 20 Uhr noch eine Großbaustelle. Doch das ist nur eines von vielen Problemen, das den EM-Gastgeber von 2012 plagt.

Eine Panne jagt in der Ukraine die nächste: Die "Arena Lwiw", in der das österreichische Nationalteam heute gegen die Ukrainer gastiert, ist wenige Stunden vor dem Anpfiff um 20 Uhr noch eine Großbaustelle. Doch das ist nur eines von vielen Problemen, das den EM-Gastgeber von 2012 plagt.

Die Arena wird gegen die Österreicher heute um 20 Uhr ihr erstes Testspiel erleben. Hunderte Arbeiter bevölkern momentan das Stadion, in dem elektrische Leitungen wild durch die Gegend ragen und Löcher im Dach klaffen. Sanitäre Einrichtungen werden erst eingebaut, die Sitze müssen noch montiert werden. Das Abschlusstraining der Österreicher wurde vom Hämmern, Bohren und Sägen übertönt.

Das Stadion ist höchst umstritten: Nach der EM-Vergabe 2005 an die Ukraine und Polon dauerte es durch das Organisationschaos bis 2009, ehe ein Errichter für das Bauwerk gefunden wurde. Dann musste im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr gearbeitet werden, um das Stadion sechs Monate vor Turnierbeginn (Forderung der Uefa) eröffnen zu können. Wegen Umplanungen und Koordinationsschwierigkeiten wurde der Bau mehrmals unterbrochen.

Eröffnung geplatzt, Kosten steigen immer weiter

Wenig Freude dürfte den Ukrainern bereiten, dass sich die Verantwortlichen bei den Kosten grob vertschätzt haben. Waren ursprünglich 94,6 Millionen Euro veranschlagt, liegt das Bauprojekt momentan bei rund 210 Millionen Euro - Kosten weiter steigend. Offiziell eröffnet wurde die Arena am 28. Oktober mit einem Auftritt von Popstar Anastacia. Da Staatspräsident Wiktor Janukowitsch aber nicht erschien und sich stattdessen per Grußbotschaft auf der Stadion-Videowand meldete, ging die Eröffnung in einem Pfeifkonzert unter.

Wieder negativ in Szene gesetzt wurde die Arena von der Nacktprotestgruppe Femen. Zwei Aktivistinnen demonstrierten oben ohne vor dem Stadion gegen den Sex-Tourismus und die Zwangs-Prostitution, die durch die EM-Ausrichtung befürchtet werden.

Für Misstöne sorgte auch die Kiewer Feministen-Aktionsgruppe FEMEN: Zwei ihrer Mitglieder stellten sich barbusig vor die VIP-Tribüne und protestierten heftig gegen die EM 2012, die ihrer Meinung nach in der Ukraine zur Zunahme von Sex-Tourismus und Zwangs-Prostitution führen wird. Nebeneffekt: Für alle war auf den Fotos ersichtlich, dass die Arbeiten am Stadion noch lange nicht abgeschlossen sind.

Weitere "Baustellen" im Land

Doch nicht nur das Stadion bereitet den Beobachtern Sorgen, denn bis zur EM muss sich noch viel tun. Momentan kämpfen die Veranstalter gegen die sinkende Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber der EM-Ausrichtung. Bereits lange gibt es die Kritik, dass ein Teil der Gesamtinvestitionen von 20 Milliarden Euro in die Tasche von Politikern und Unternehmern wandert und die Ukraine nicht auf das Großevent vorbereitet ist (die Kiewer U-Bahn ist beispielsweise nur in kyrillischen Zeichen ausgeschildert).

Für Empörung sorgt auch, dass die Ukraine, um bei der EM 2012 als Vorzeige-Gastgeber zu glänzen, . Die Tiere werden grausam vergiftet, erschossen oder bei lebendigem Leib in mobilen Krematorien verbrannt.

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